Was bedeutet das Ende der gedruckten Zeitung für den Journalismus?

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Endlich kommt die Diskussion in Gang. Endlich setzen sich die Medienmacher ernsthaft mit den Veränderungen auseinander, die das Internet auf die traditionellen Medien und den Qualitätsjournalismus hat. Erst heute Morgen habe ich auf dem Web 2.0 Blog TechBanger.de über die Krise der Zeitungen geschrieben, nicht zum ersten Mal, aber aus aktuellem Anlass.

Bei der media coffee-Veranstaltungsreihe unter das Motto “Gewinner und Auslaufmodelle – Wer profitiert von der Medienkrise?” diskutierten Journalisten und PR-Fachleute diese Woche unter anderem die Frage, ob das Newsroom-Konzept sich bereits erledigt hätte und eine Trennung von Print und Online die bessere Wahl sei. Wirkliche Antworten auf die Frage, wie Qualitätsjournalismus künftig finanziert werden könne, wie ein Geschäftsmodell für Onlinejournalismus aussehen könnte, werden allerdings weiter gesucht.

Amüsiert hat mich, heute eine Pressemitteilung der Institut für Medien- und Kommunikationspolitik gGmbH zu lesen, in der eine Diskussionsveranstaltung mit ähnlichem Titel angekündigt wurde: “Das Ende des Journalismus: Ist unsere Mediendemokratie noch zu retten?”

Im Pressetext werden eingangs einige interessante Fragen aufgeworfen: “Bedeutet das Verschwinden der gedruckten Zeitung das Ende des Journalismus? Muss der Staat die Presse retten? Brauchen wir eine öffentlich-rechtliche Zeitung? Und sind Blogs, Twitter, Google und Co. eine ernsthafte Konkurrenz für professionelle Journalisten?”

Schon über diese Formulierungen lässt sich streiten. Nutzen professionelle Journalisten etwa Blogs, Twitter und Google nicht für ihre Interessen? Ist dieser vermeintliche Gegensatz zwischen Bloggern und Journalisten etwa immer noch aktuell? Die Digitalisierung der Medien lässt sich meiner Meinung nach jedenfalls nicht aufhalten und man sollte sich dem Fortschritt auch nicht in den Weg stellen. Ob E-Books, digitales Fernsehen oder elektronische Zeitungen oder Musik-Downloads, die Digitalisierung der Medien ist eine sehr gute Sache.

In der Veranstaltungsankündigung heißt es weiter: “Anlässlich der beiden Buchveröffentlichungen ‘Wozu noch Zeitungen? Wie das Internet die Presse revolutioniert’ (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen) und ‘Die Alpha-Journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortführer im Portrait’ (Herbert von Halem, Köln) diskutieren Wortführer aus Presse und New Digital Journalism mit dem Publikum über den publizistischen Formenwandel und drohende Gefahren für unsere Mediendemokratie.

Dem deutschen Mediensystem steht ein Epochenwechsel bevor: Während in den USA ein Zeitungstitel nach dem anderen eingestellt wird und selbst Qualitätsblätter wie die ‘New York Times’ ins Schlingern geraten, wächst auch in Deutschland die Angst. Ein brach liegender Anzeigenmarkt, Auflagen im freien Fall und ein rasanter Mediennutzungswandel stellen Medienhäuser vor die Frage, wie sie guten, unabhängigen Journalismus weiterhin finanzieren können. Auch mit einem kritischen Blick auf die Bundestagswahl 2009 drängt sich die Frage auf, wie die Presse ihre Funktion als ‘Wächter der Demokratie’ noch leisten kann und welche alternativen Formen und Akteure der öffentlichen Kommunikation an Bedeutung gewinnen.”

Diese Gefahren sollte man nicht unterschätzen, aber meiner Ansicht nach wird das ganze Thema allgemein viel zu sehr unter dem Blickwinkel der Probleme und Risiken gesehen. Die Chancen kommen nicht so recht zur Geltung. Liest man Bücher wie “The Long Tail” von Chris Anderson, kommt man in eine viel bessere Stimmung. Außerdem sollte sich jeder fragen: “Was würde Google tun?” Wirklich jeder sollte sich diese Frage stellen.

Der Vollständigkeit halber seien hier die weiteren Infos zum Mediendisput: “Das Ende des Journalismus: Ist unsere Mediendemokratie noch zu retten?” genannt: “Am 23. Juni um 19 Uhr laden der Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Staatssekretär Dr. Karl-Heinz Klär, das Netzwerk Recherche sowie die Medienforscher Prof. Dr. Stephan Weichert und Leif Kramp im Rahmen der renommierten Veranstaltungsreihe “MainzerMedienDisput” zur Diskussion nach Berlin-Mitte in die Ministergärten.”


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