Mit Navi Stress und Streit vermeiden

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Ich habe kein Auto, aus Überzeugung. Ansonsten hätte ich auf jeden Fall ein Navi im Wagen, so viel ist klar. Schon so finde ich Navigationsgeräte und Routenplaner spannend und freue mich, dass Navigationsfunktionen verstärkt auf Handys zum Einsatz kommen, erst letzte Woche wurde von Nokia Ovi Maps 3 offiziell veröffentlicht.

Wie sehr Navis für Entspannung sorgen können, hat kürzlich der BITKOM verkündet. Die Geräte helfen nicht nur, schneller ans Ziel zu kommen, mit Navi im Auto wird während der Fahrt deutlich weniger gestritten.

Wer nicht alleine fährt, sondern gemeinsam mit anderen unterwegs ist, kann sich nicht darauf verlassen, dass die Mitfahrer sich nicht in die Routenplanung einmischen. Das leuchtet ein, doch die ARIS Umfrageforschung belegt dies nun für den BITKOM mit den Zahlen einer Umfrage.

“Hightech macht die Stimmung im Auto deutlich entspannter”, begrüßt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die sozialen Nebeneffekte dieser Technik in einer Pressemitteilung. Navigationsgeräte im Auto sorgen für weniger Streit mit Beifahrern, meinen 53,5 % der Umfrageteilnehmer. Interessant zu erfahren wäre nun, ob die Menschen im Auto eine gemeinsame Front gegen die Maschine bilden und deshalb untereinander Harmonie herrscht. Oder ob dem allwissenden Navi alle vertrauen. Vielleicht sind sich auch nur alle einig, dass es keinen Sinn hat, sich mit einer Maschine zu streiten.

Das Vertrauen in die Navigationsfähigkeiten der Geräte ist jedenfalls hoch. Die Zustimmungswerte zu den anderen Aussagen waren nämlich noch höher: Durch Navigationsgeräte und Fahrassistenten steigt zudem die Freude am Fahren (56,7 %), stehen die Menschen seltener im Stau (67,1 %), fühlen sie sich sicherer beim Fahren (87,8%), verfahren sie sich seltener (88,3 %) und kommen nach ihrer eigenen Einschätzung zu 91,2 % schneller ans Ziel.

“Navigationsgeräte unterstützen den Fahrer auch bei verstopften Autobahnen, wie sie in der Hauptreisezeit wieder zu erwarten sind. Zwei Drittel aller Navi-Nutzer geben an, seltener im Stau zu stehen. Moderne Navigationsgeräte sind mit Zusatzfunktionen ausgerüstet, die je nach Verkehrslage auch Umleitungen empfehlen, um dichtem Verkehr auszuweichen”, meint man beim BITKOM mit Blick auf die Entwicklung der Navis.

Weiter heißt es im Text: “Immer mehr Neuwagen werden zudem mit Assistenz-Systemen wie einem Spurhalte-Assistent oder einem Brems-Assistent ausgerüstet. Das Potenzial der verfügbaren Technik wird aber nicht ausgenutzt.” Dazu Scheer: “Wir brauchen eine Telematik-Infrastruktur in und an der Straße, damit die zahlreichen im Auto erfassten Informationen zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer eingesetzt werden können. Eine moderne, zukunftsorientierte Verkehrspolitik muss die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer ermöglichen.”

Eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik nach meinem Geschmack müsste vor allem auf umweltfreundliche Antriebstechnik setzen, aber ein Fan von Vernetzung bin ich natürlich ebenfalls. Der Hightech-Verband erwartet: “In Zukunft werden Fahrzeuge per Funk untereinander und mit der straßenseitigen Infrastruktur kommunizieren. Sicherheit steht bei diesen kooperativen Systemen besonders im Fokus. Sogenannte Kreuzungsassistenten etwa können Kollisionen verhindern mittels direkter Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ampelanlage. Während der Fahrer die Gefahrenpunkte noch nicht entdeckt hat, tritt sein Auto bereits mit der Ampel und den im Umfeld der Kreuzung befindlichen Verkehrsteilnehmern in Kontakt. Der Kreuzungsassistent warnt den Fahrer, wenn Zusammenstöße mit anderen Autos oder gar Fußgängern drohen.”

Wenn das Auto die Verkehrslage so besser einschätzen kann, sollte sich der Mensch vielleicht besser von seiner Rolle als aktiver Lenker verabschieden und ihm gemeinsam mit den “kooperativen Systemen” das Steuern  überlassen, oder? Eine wichtige Rolle kann den Verkehrszentralen zukommen, die den Verkehrsfluss steuern und auf diese Weise Staus und Unfälle vermeiden könnten: “Zentralrechner erarbeiten dabei aus der Vielzahl der einkommenden Daten Fahrempfehlungen. Wenn etwa Regensensoren im Auto den Scheibenwischer anschalten und diese Information anschließend an die Verkehrsleitstelle übermittelt wird, werden wegen der Nässe die erlaubte Höchstgeschwindigkeit gesenkt und so Auffahrunfälle vermieden.”

Das klingt interessant. Dazu BITKOM-Präsident Scheer: “Mit moderner Verkehrstelematik wird das vorhandene Streckennetz besser ausgelastet, der Verkehr wird flüssiger und sicherer, der CO2-Ausstoß sinkt.” Ein Stau ist eben nicht nur ein Ärgernis für die beteiligten Verkehrsteilnehmer, sondern eine vermeidbare Belastung für die Umwelt. Der BITKOM propagiert einen flächendeckenden Einsatz von IT im Straßenverkehr. Durch den Einsatz intelligenter Verkehrstelematik ließen sich volkswirtschaftliche Schäden infolge Staus vermeiden; diese setzt die EU-Kommission auf 1,5 % des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union an.

Wem die Umwelt egal ist und genug Geld hat, kann mit einem Navi im Auto wenigstens Streit vermeiden. Das ist doch mal was, womit sich argumentieren lässt!


4 Responses zu “Mit Navi Stress und Streit vermeiden

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