Festplatten-Receiver für HDTV

Dieses Jahr kommt Bewegung ins Thema hochauflösendes Fernsehen. Zwar kann man nicht von ganz großen oder schnellen Schritten sprechen, doch immerhin sind nun einige Aktivitäten bei den TV-Sendern zu erkennen. Programme in High Definition (HD) aufzeichnen zu können, wird damit für die Zuschauer verstärkt zum Thema.

Der Premiere-Nachfolger Sky setzt stark auf HDTV, was angesichts der hohen inhaltlichen Qualität einiger Sender geeignet sein könnte, echte Kaufanreize für HD-taugliche Geräte zu geben. Die könnten durch die Pläne der großen deutschen Free-TV-Sender arg gebremst werden, denn die Ankündigung, die Sender ProSieben, Sat.1 und kabel eins in HD+ auf Basis von CI+ auszustrahlen, stellt bisherige Investitionen von Konsumenten in Frage; entsprechendes gilt für VOX und RTL, die ebenfalls in HD+ via ASTRA ausgestrahlt werden sollen.

Durch CI+ lassen sich von den Sendern gegenüber den Fernsehzuschauern große Beschränkungen durchsetzen, etwa die Löschung von Videoaufnahmen nach einigen Tagen oder gleich eine Verhinderung der Aufzeichnung an sich. Ich hoffe, dass sich die TV-Sender mit diesem Plänen nicht werden durchsetzen können.

Wer sich dennoch jetzt einen Festplattenrekorder für Programme in HD-Qualität kaufen möchte, kann sich in der aktuellen Ausgabe des Computermagazins c’t informieren. In der Pressemitteilung der c’t steht:

“Passend zum wachsenden Angebot von HDTV-Sendern kommen Videorecorder auf den Markt, die auch hochauflösende Fernsehbilder auf Festplatte speichern und zum PC weiterleiten. Allerdings will ein solcher Receiver gut ausgewählt sein, denn für manche Modelle ist die Übertragung zum Rechner noch eine Herausforderung, so das Computermagazin c’t in der aktuellen Ausgabe 16/09.

Während sich im Kabelnetz nicht viel tut, beginnen Satellitenbetreiber ihre Kunden mit HD-Fernsehen zu verwöhnen: Anixe HD und Arte HD senden schon länger hochaufgelöste Fernsehbilder frei empfangbar in die Wohnzimmer. Pay-TV-Anbieter und Premiere-Nachfolger Sky hat bereits sieben HD-Programme im Angebot. Und ARD und ZDF zeigen im August die Leichtathletik-WM in HD, bevor sie im Frühjahr mit dem HDTV-Regelbetrieb beginnen wollen.

Grundsätzlich kann man die HDTV-Sendungen mit den getesteten Satelliten-Receivern ähnlich einfach aufnehmen wie das gewöhnliche TV-Programm mit herkömmlichen Festplatten-Recordern. Allerdings können Receiver, die das alte Windows-Dateisystem FAT 32 benutzen, keine Dateien anlegen, die größer als 4 Gigabyte sind – ein Wert, der bei HDTV-Mitschnitten schnell erreicht wird. Dann wird der Film zerstückelt, und der Anwender muss ihn für die Weiterverarbeitung am PC erst mal neu zusammensetzen. Andererseits hatte c’t Receiver im Test, die die Aufnahmen über eine Netzwerkverbindung auch quer durch die Wohnung zum Rechner im Arbeitszimmer schicken konnten.”

“Insgesamt können die Hersteller noch ein wenig nachlegen”, beurteilt c’t-Redakteur Nico Jurran das derzeitige Angebot. “Viele Funktionen sind noch nicht ganz ausgereift, so ist die Übertragung über ein Netzwerk noch schlichtweg zu langsam.” Positiv wertet die Redaktion die ersten Ansätze einer anderweitigen Nutzung des Netzwerkanschlusses. Damit lassen sich grundsätzlich Clips von Videoportalen wie YouTube auf dem Fernsehgerät ansehen.

Im Pressetext heißt es weiter: “Die getesteten Receiver speichern auch das Fernsehsignal von Sky, obwohl der Abo-Anbieter in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen bestimmt, dass Anwender nur von Sky zertifizierte Geräte einsetzen dürfen.” Solche Formulierungen lassen nichts Gutes befürchten. Allerdings “Wer aber eine gültige Smartcard hat, dürfte keine Probleme bekommen”, bemerkt c’t-Experte Nico Jurran.

Das wollen wir doch hoffen! Während bei Free-TV-Sendern immerhin eine gewisse Sorge um ihr Geschäftsmodell ein wenig Verständnis aufkommen lassen könnte, bezahlt man als Pay-TV-Abonnent mit seinen Gebühren das Programm. Feste Sendezeiten sind nicht das, was die Kunden wollen. Sie wollen mehr und mehr selbst entscheiden, wann sie sich Sendungen ansehen.

Ihnen die Möglichkeit zu nehmen, zu privaten Zwecken das Programm aufzuzeichnen, würde bei zahlenden Kunden auf großes Unverständnis stoßen. Besonders tägliche Serien, von denen die Pay-TV-Sender viele ausstrahlen, kann man sich nicht immer täglich anschauen. Sonst könnte man ja gleich einen Video on Demand-Dienst wie Maxdome abonnieren, sofern der DSL-Anschluss schnell genug dafür ist.

Die Programmanbieter wären gut beraten, die Interessen ihrer ehrlichen Kunden in den Mittelpunkt all ihrer Bemühungen zu stellen. Für Free-TV könnte es allerdings tatsächlich eng werden.

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5 Kommentare

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  1. knoppix forever Mittwoch, 29. Juli 2009 um 15:17 #

    Die letzten Abschnitte des Beitrages treffen den Nagel auf den Kopf. Die Pay-TV Anbeiter sollten sich schleunigst um die Interessen ihrer Kunden kümmern (schließlich werden sie von denen bezahlt) , sonst gibt es das gleiche Disaster wie beim Kopierschutz von HD-DVDs.
    Bei Angeboten wie Sport oder Fussball-Bundesliga in HD ist das Ansinnen einer Aufnahmesperre für mich noch unverständlicher, da die Inhalte ja ohnehin vom Live-Erlebnis (+ evtl. time-shift) leben und somit durch den Kunden gar nicht weiter “vermarktet” werden können.

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