Ist UMTS eine Ergänzung oder eine Alternative zu DSL?

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Auf den Festnetzanschluss konnten selbst überzeugte Handy-Telefonierer bislang meist nicht verzichten. Zum Telefonieren reicht ein Handy, selbst wenn man auf einer Festnetznummer für andere erreichbar sein möchte, gibt es dafür Lösungen. Aber für schnelles Internet brauchte man einen Festnetzanschluss, da es DSL meist nur zusammen mit einem Telefonanschluss gibt.

Seit noch nicht so langer Zeit gibt es zumindest die Möglichkeit, auf einen digitalen Kabelanschluss umzusteigen, der Festnetztelefonie mit abdeckt, was grundsätzlich eine preisgünstige Möglichkeit ist. So spart man sich den Telefonanschluss, doch nicht jeder kann einen solchen Kabelanschluss bekommen, mit dem Telefonie und Internetzugang möglich sind. Und nicht jeder möchte einen Kabelanschluss, dass soll es ja auch geben.

Kann das mobile Internet angesichts der Preisentwicklung inzwischen als Alternative zum Internet über DSL oder Kabel gelten? Wer sich die Datenflatrates auf Basis von UMTS ansieht, könnte auf den Gedanken kommen, das Internet nicht nur unterwegs via UMTS zu nutzen, sondern ebenfalls zuhause. Denn wenn man für seine mobile Flatrate eh schon zahlt, um per Netbook oder Notebook fernab vom heimischen DSL-Anschluss online zu gehen, wäre es doch schön, sich die DSL-Kosten gleich ganz zu sparen.

Eine Pressemitteilung der Toptarif Internet GmbH von Ende voriger Woche stellt eine Frage, die in eine ganz ähnliche Richtung geht: “Wie gut schneidet aber das Mobile Internet im Vergleich zum klassischen DSL-Anschluss ab?” Angesichts von Flatrates für den mobilen Internetzugang von unter 20 € monatlich entwickelt sich hier eine Alternative besonders für die Gebiete, in denen Breitbandinternet sonst nicht verfügbar ist. Wichtige Aspekte bringt Toptarif gut auf den Punkt:

“1) Verfügbarkeit
Die Verfügbarkeit des Mobilen Internets ist das größte Plus gegenüber DSL und Co. – Mobiles Internet ist unabhängig von Standleitungen und Hotspots und gewährt durch die Nutzung der Mobilfunknetze zur Datenübertragung einen maximalen Grad an Freiheit beim Surfen im World Wide Web. „Die Qualität der Mobilfunknetze für die Nutzung von UMTS-Diensten ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und in naher Zukunft wird die Wettbewerbsfähigkeit des Mobilen Internets mit neuen technischen Standards wie HSPA+ noch weiter zunehmen“, führt Bohg aus.

2) Preis
Nicht nur mit Blick auf die Verfügbarkeit, sondern auch im Preis kann sich das Mobile Internet mit der DSL-Konkurrenz messen. Günstige Datenflatrates inklusive Hardware sind zum Beispiel beim Discounter ALDI bereits für 17,61 Euro im Monat erhältlich. Die Anbieter BASE und e•plus+ verlangen für ihre „Laptop Internet-Flat“ 20,42 Euro. Im Vergleich dazu bietet die HanseNet-Tochter Alice als momentan günstigster DSL-Anbieter ihren „Alice-Fun“-Anschluss mit 16.000 kbit/s für umgerechnet 22,82 Euro im Monat an. „Im Gegensatz zum DSL ist beim Mobilen Internet aber keine Telefonflatrate Bestandteil der Angebote“, macht Bohg mit Blick auf die etwas höheren Preise beim DSL deutlich.

3) Geschwindigkeit
In Puncto Geschwindigkeit hat der DSL-Anschluss noch die Nase vorn. Die preisgünstigsten Angebote im Test mobiler Datenflatrates nutzen das Netz von e•plus+, dessen Geschwindigkeit im UMTS-Standard von 384 kbit/s je nach Nutzungsart als ungeeignet empfunden werden kann. Auf Geschwindigkeiten von bis zu 7.200 kbit/s im HSDPA-Standard, was in etwa dem Leistungsvermögen eines klassischen DSL 6.000-Anschlusses entspricht, bringen es die Netze von T-Mobile und Vodafone. Im Netz von O2 sind aktuell Geschwindigkeiten von bis zu 3.600 kbit/s möglich.

4) Besonderheiten der Datenflatrates
Mit Blick auf die Nutzungsmöglichkeiten hat das Mobile Internet im Vergleich zum DSL aktuell noch mit zwei Nachteilen zu kämpfen. Auf der einen Seite drosseln die Anbieter den Zugang in der Regel nach einem erreichten Datenvolumen von 5 Gigabyte im Monat auf GPRS-Geschwindigkeit (64 kbit/s), auf der anderen Seite ist im Rahmen der Datenflatrates die Nutzung von Internet-Telefonie (VoIP) und Instant Messaging bei vielen Anbietern nicht möglich oder untersagt.”

“Insgesamt besitzt das Mobile Internet ein großes Potential und ist eine attraktive Alternative zu anderen Möglichkeiten der Breitbandnutzung”, bilanziert Tarifexperte Ingo Bohg vom Verbraucherportal Toptarif. “Dem zunehmend gesättigten DSL-Markt steht im Bereich des Mobilen Internets ein enormer Wachstumsmarkt gegenüber. Gerade in den letzten Monaten gab es viel Bewegung bei den Anbietern. So können Neukunden aktuell von einem besonders harten Preiskampf der Anbieter profitieren, die mit zahlreichen Sonderaktionen, Rabatten und Boni um entscheidende Marktanteile ringen.”

Für manche Nutzertypen kann Internet über UMTS meiner Meinung nach eine Alternative darstellen. Das dürften gar nicht mal so wenige Nutzer sein, denn auf Internettelefonie können die meisten Nutzer verzichten, das Telefonieren mit dem Handy ist innerhalb Deutschlands bereits billig genug. Besonders wer einen Tarif mit Telefonieflatrate oder mit einem großen Minutenpaket am Handy nutzt, wird Internettelefonie kaum vermissen. Für Instant Messaging gibt es Lösungen, da kommt es auf den Einzelfall an.

Je nach Mobilfunkprovider sind die Übertragungsgeschwindigkeiten für die meisten Aktivitäten im Netz hoch genug. Die in den meisten Fällen gegebene Geschwindigkeitsdrosselung ab einem Verbrauch von 5 GB dürfte für sehr viele Internetnutzer überhaupt kein Problem darstellen. Der Download von Filmen oder Streamingangebote wie bei der Online-Videothek Maxdome scheiden jedoch mehr oder weniger aus. Gelegentliche Musik-Downloads stellen jedoch kein Problem dar.


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