Selbst für einen guten Ruf im Internet sorgen
Im Internet über sich selbst etwas zu finden, was einem peinlich ist bzw. dort etwas zu lesen, was der eigenen Karriere schaden könnte, beunruhigt viele Menschen. Ob man es selbst online gestellt hat (etwa aus jugendlichem Leichtsinn) oder böse Menschen einem schaden wollten, spielt keine Rolle. Es gibt Informationen im Netz, die würde man am liebsten sofort löschen lassen.
So einfach ist das allerdings nicht, vieles, was veröffentlicht wurde, könnte einen das ganze Leben lang begleiten. Eines der beliebtesten Beispiele sind die berüchtigten “Sauf-Bilder im Internet”, die immer wieder genannt werden. Ich denke, da sollte man ganz entspannt bleiben, denn dass Menschen mal mehr trinken, als sie vertragen, kommt extrem häufig vor. Es gibt in unserer Gesellschaft kaum einen gesellschaftlichen Anlass, zu dem kein Alkohol getrunken wird. Das gefällt mir persönlich zwar überhaupt nicht, doch die gesellschaftliche Akzeptanz regelmäßigen Alkoholkonsums ist dermaßen hoch, dass peinliche Bilder, die unter starker Alkoholeinwirkung entstanden sind, bestimmt nicht zu den ganz schlimmen Dingen zählen, die den eigenen Ruf ruinieren.
Weit problematischer finde ich, die eigene politische Überzeugung online preiszugeben. Dazu werden ja spätestens seit dem US-Wahlkampf von Barack Obama auch hierzulande sogar Jugendliche aufgefordert. Das ist unverantwortlich! Letztlich können wir heute aber überhaupt nicht einschätzen, was morgen einmal zum Problem werden könnte. Es kommt sowieso immer darauf an, wie derjenige, der Informationen über uns sichtet, diese Informationen bewertet.
Ein harmloser Kommentar zu einem Film, den man sich im Kino angeschaut hat, könnte am Ende gar nicht so harmlos sein. Erklärt man den Besuch der Kinovorstellung für Zeitverschwendung, könnte sich das rächen, wenn ein Personalchef ein paar Jahre später herausfindet, dass man seinen Lieblingsfilm in den Dreck gezogen hat.
Sich ablehnend (!) gegenüber gelegentlichem Drogenkonsum in einem Blog zu äußern, könnte zum Problem werden, falls ein künftiger Geschäftpartner Kiffer ist. Und denken wir nur daran, wie man sich durch regelmäßiges Kommentieren in Foren als inkompetent hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik präsentieren kann. Da nützt es nichts, wenn das Thema selbst völlig unverfänglich ist, Kochrezepte oder Haustiere. Ich könnte ohne Ende Beispiele nennen, aber das Prinzip ist hoffentlich klar geworden: Alles, was wir online sagen, kann und wird von anderen Menschen (und von Maschinen) gegen uns verwendet werden.
Sauf-Bilder oder private Nacktfotos möchten viele Menschen zwar nicht von sich im Netz finden, aber ob diese ihnen tatsächlich schaden oder am Ende sogar nützen (Musiker setzen Nacktbilder sogar als Karrierebeschleuniger ein!), lässt sich überhaupt nicht mit Bestimmtheit sagen. Wer selbst gerne mal etwas mehr Alkohol trinkt bei einer Feier, findet ein vermeintlich so schlimmes Sauf-Bild vielleicht sogar sympathisch.
Damit möchte ich nicht sagen, dass man sich keine Gedanken machen sollte, was von einem selbst oder von anderen über einen im Internet veröffentlicht wird. Im Gegenteil, das ist ein Thema, das jeden von uns angeht! Grund zu Panik besteht indes in den seltensten Fällen.
Was andere über einen im Netz finden können, ist übrigens Thema der aktuellen Ausgabe des PC Magazin. Dort wendet man sich an die besorgten Menschen: “Man fühlt sich irgendwie nackt, wenn yasni.de und 123people.de die eigenen Bilder, Handy-Nummern, E-Mail-Adressen und vieles mehr aus dem Internet zaubern. Dinge, die man längst vergessen hat und am liebsten löschen würde. Dank Facebook, Xing, Twitter, Myspace, Lokalisten und diversen Foren haben Sie reichlich Spuren hinterlassen. Doch so einfach ist das Löschen nicht”, steht in einem Pressetext von voriger Woche.
“Die neue Freundin, der potenzielle Arbeitgeber, der eigene Chef oder der politische Gegner: Sie alle können sich über die richtigen Suchmaschinen schnell ein Bild von Ihnen machen, das durchaus auch falsch sein kann. Moderne Suchmaschinen finden natürlich auch pikantes zu Personen mit gleichen Namen, das gar nicht zu Ihnen gehört – nur weiß das derjenige nicht, der nach Ihnen sucht …”, spricht das PC Magazin einen wichtigen Punkt an.
Was andere Menschen mit dem gleichen oder ähnlichem Namen im Netz hinterlassen, richtet womöglich weit mehr Schaden an als alles, was man selbst schon über sich veröffentlicht hat. Das sehe ich als ganz wichtiges Argument dafür, sich nicht unnötig Sorgen zu machen, wenn man im Web 2.0 aktiv ist.
PC-Magazin-Chefredakteur Christian Stephan meint: “Treten Sie die Flucht nach vorn an: Bevor Sie Dinge über sich lesen müssen, die nicht stimmen und sich nicht korrigieren lassen, nehmen Sie das Heft selbst in die Hand. In der aktuellen PC-Magazin-Ausgabe finden Sie das nötige Handwerkszeug dazu.”
Dem kann ich zustimmen: Schon mit überschaubaren Aktivitäten im Web 2.0 lässt sich meistens in kurzer Zeit beeinflussen, was die Suchdienste und Datenbanken zum eigenen Namen an Ergebnissen liefern. Sich aktiv einzubringen, ist die beste Möglichkeit, Suchergebnisse in seinem Sinne zu erhalten. Dass man dabei den Verstand nicht abschalten sollte, versteht sich von selbst. Von übertriebener Vorsicht halte ich jedoch nichts. Wie gesagt: Wer weiß denn, in welcher Weise sich verfügbare Daten tatsächlich auswirken werden?
Wer selbst im Web 2.0 aktiv werden möchte, um sein Bild im Netz selbst zu beeinflussen, aber nicht weiß, wie er das anstellen soll, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen, am besten über die im Impressum genannten Kontaktmöglichkeiten.




19. August 2009 um 21:19 |
[...] wird vermutlich jedoch noch mehr über seinen Besitzer preisgeben, falls es abhanden kommt. Dem eigenen Ruf schaden kann vermutlich nichts mehr als die eigene Computerfestplatte in falschen [...]
14. Oktober 2009 um 14:29 |
[...] gute Rechtschreibung hilft, einen guten Eindruck zu erzeugen. Wenn es darum geht, den eigenen Ruf im Internet zu schützen, wird das Thema Rechtschreibung selten beachtet. Texte voller Fehler werfen kein gutes Licht auf [...]