Um seinen PC zu schützen, braucht man neben anderen Werkzeugen auf jeden Fall einen Virenscanner. Oder doch nicht? Künftig könnte der eigene PC entlastet werden, wenn man keinen lokalen Virenscanner mehr nutzen würde, denn Virenscanner benötigen Speicher und nicht zuletzt Rechenleistung. Nicht umsonst ist es wichtig, ein Antivirenprogramm zu wählen, welches zur Leistungsfähigkeit des eigenen Computers passt. Ansonsten kann es sein, dass die Schutzsoftware den PC ganz schön ausbremst.
Die lokale Virensuche könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn Cloud Computing zur Virenbekämpfung zum Einsatz kommt. Erste Virenscanner dieser Art gibt es bereits. Vor allem billige bzw. weniger leistungsstarke PCs würden von einer Entlastung durch die Cloud-basierten Virenscanner profitieren. “Diese sparen PC-Ressourcen und verkürzen Reaktionszeiten auf neue Schädlinge. Sicherheitsanbieter bürden sich mit den Cloud-Technologien deutlich mehr Verantwortung auf als bisher. Ein Serverausfall führt zum blinden Scannen. Deswegen werden klassische Scanner noch eine Zeit lang neben den In-the-Cloud-Services existieren”, informiert das IT-Profimagazin iX in seiner aktuellen Ausgabe 9/09.
Die in einer aktuellen Presseinfo genannten Vorteile lesen sich verlockend: “Beim Einsatz herkömmlicher Sicherheitsprodukte müssen Anwender auf allen Rechnern regelmäßig die Signaturdaten aktualisieren, auch wenn auf den Computern selbst keine neue Anwendung installiert wurde. Der In-the-Cloud-Ansatz dagegen dreht dieses Prinzip um: Nur wenn der Scanner neue ausführbare und damit potenziell gefährliche Dateien findet, stellt er eine Online-Anfrage an den In-the-Cloud-Service. Die Überprüfung erfordert kaum Prozessor-Ressourcen, sodass diese Methode um einiges schneller ist als die Durchführung eines komplexen signaturbasierten Scans. Ein Nachteil dabei ist, dass der zu schützende Rechner praktisch permanent online sein muss.”
Davon, dass Computer und andere Geräte künftig im Grunde immer online sein werden, ist wohl auszugehen. Wer über einen DSL-Provider online geht, wählt sich üblicherweise nicht erst ins Netz ein, wenn er gerade auf das Internet zugreifen möchte. Durch günstige UMTS-Flatrates kann man mit Notebook und Netbook nun ebenfalls ständig mit dem Internet verbunden sein. Damit steht ja auch der Speicherung von Dateien im Netz nur noch wenig im Weg.
Zu weiteren Nachteilen schreibt die iX: “Für Anti-Viren-Hersteller bergen die In-the-Cloud-Services allerdings auch Risiken: Ein Serverausfall führt zu einem nahezu blinden Scanner, da keine alten Signaturen für neue Programme existieren. In der Vor-Cloud-Ära war eine Verzögerung nur eine Marginalie. Die alten Signaturen funktionierten ja noch. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden klassische Signaturen noch eine Zeit lang in Koexistenz mit In-the-Cloud-Services in Anti-Viren-Produkten existieren.” Von heute auf morgen werden die Virenschutzprogramme, wie wir sie heute kennen, nicht verschwinden. “Bis reine Cloud-Scanner in Verbindung mit heuristischen Mechanismen den Markt dominieren, werden sicher noch zwei bis drei Jahre vergehen”, vermutet iX-Redakteurin Ute Roos.
Cloud Computing wird dem Thema Sicherheit am Computer mit Sicherheit neue, spannende Impulse geben. Wer weiß, vielleicht können wir uns in ein paar Jahren gar nicht mehr vorstellen, Speicherplatz und Rechenleistung unseres Computers für Virenscanner zu verschwenden.



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