Eigene Fotos ins Internet stellen: 20 Millionen Menschen in Deutschland tun es

Werbung

Anderen Menschen seine Fotos zu zeigen, war nie einfacher als heute. Das Internet wird immer mehr als Fotoalbum genutzt. Inzwischen es ist so einfach geworden, seine Bilder im Web zu zeigen, dass nicht nur junge Menschen diese Möglichkeit nutzen. Noch nicht ganz so verbreitet ist, eigene Videos online zu stellen, doch die Wachstumsraten bei den Videos sind ebenfalls hoch.

Der Hightech-Verband BITKOM gab heute in einer Presseinformation bekannt: “Mehr als 20 Millionen Bundesbürger stellen bereits eigene Fotos ins Netz. Im vergangenen Jahr waren es erst 15 Millionen. Das ist ein Zuwachs von 32 Prozent. Das Hochladen eigener Videofilme wird ebenfalls beliebter. 5,6 Millionen Deutsche haben derzeit eigene Clips online gestellt – 2008 waren es noch 4,4 Millionen”, rechnet der Verband vor und beruft sich dabei auf eine repräsentative Studie von Techconsult, die er in Auftrag gegeben hatte.

“Immer mehr Menschen möchten andere an ihrem Leben teilhaben lassen und stellen eigene Fotos oder Videos ins Netz”, sagte BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. “Dank einfach zu bedienender Webangebote kann man inzwischen auch ohne technische Kenntnisse im Internet publizieren.” Schwer ist es nicht, aber so leicht, dass jeder Internetnutzer dazu in der Lage wäre, ist es meiner Ansicht nach nun auch wieder nicht.

Zu den älteren Menschen, die Bilder und Videos online stellen, rechnet der BITKOM bereits Personen ab 60 Jahren. Einerseits ist das dreist, schon so früh anzusetzen. Andererseits ließe sich bei Internetthemen gut argumentieren, warum Menschen ab 40 bereits zu den älteren Menschen zählen. Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, geht damit allgemein ganz anders um als jemand, in dessen Jugend es das Web noch nicht gab.

Aber schauen wir auf die Zahlen, die der Verband nennt: “Die Veröffentlichung von Fotos und Filmen im Internet erfreut sich auch bei älteren Menschen wachsender Beliebtheit. 2,5 Millionen Bundesbürger über 60 Jahre stellen Fotos von sich ins Netz (2008: 1,6 Mio.). Bei den Männern sind es 1,8 Millionen (2008: 1,2 Mio.), bei den Frauen 0,7 Millionen (2008: 0,4 Mio.). Das Einstellen von Fotos und Videos ist aber vor allem bei jungen Menschen üblich. Mehr als vier von fünf Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren bringen ihre Fotos ins Internet. In dieser Altersgruppe ist die Nutzung von sozialen Netzwerken weit verbreitet, wo das Einstellen privater Daten eine bedeutende Rolle spielt.”

Ein Faktor ist die technische Ausstattung, die Voraussetzung für den Upload der Digitalfotos und Videofilme ist: “In 70 Prozent der Haushalte steht ein Computer, in mehr als jedem zweiten Haushalt (58 Prozent) gibt es einen digitalen Fotoapparat, 15 Prozent besitzen eine digitale Videokamera und praktisch flächendeckend verbreitet sind Mobiltelefone (86 Prozent). Die meisten Handys verfügen über eingebaute Kameras”, stellt der BITKOM fest. Berg: “Mit modernen internetfähigen Mobiltelefonen können Schnappschüsse innerhalb von Sekunden ins Internet gestellt werden.”

Wie leicht das geht, ist bemerkenswert. Von den ganzen rechtlichen Problemen einmal abgesehen, möchte ich davor warnen, ohne nachzudenken Inhalte online zu stellen. Um Fotos und Videos mit Freunden und Verwandten zu teilen, müssen sie nicht für jeden sichtbar sein. Online-Speicher, den man mit ganz verschiedenen Arten von Daten füllen kann, lässt sich sehr gut für die sichere Archivierung von Fotos nutzen. Meistens bieten sich dort Möglichkeiten, anderen Nutzern gezielt Zugriff auf einzelne Ordner bzw. Alben zu gewähren.

Wir können heute zwar nicht wissen, welche Informationen, die wir selbst im Internet veröffentlichen, morgen unserem Ruf schaden werden, doch kann es eine gute Idee sein, alle möglichen Bilder und Videos für immer mit der ganzen Welt zu teilen? Jeff Jarvis vertritt in seinem sehr empfehlenswerten Buch “Was würde Google tun?” zwar eine Meinung, die stark für das Veröffentlichen aller möglichen privaten Informationen wirbt. Ich bin allerdings schon erstaunt, wie wenig Sorgen sich so viele Leute um die Folgen machen, für die es keiner großen Spekulationen bedarf. Von der heiteren Seite wird das in diesem Video auf Onion News Network, einer Fake News Website aus den USA, verdeutlicht. In dem Video wird erklärt, was für tolle Möglichkeiten das Social Web Eltern bietet, das Leben ihrer Kinder auszuspionieren.

Meistens lässt sich zwar filtern, wer von den eigenen Kontakten in Social Networks welche Informationen sehen darf, aber erstens ist das gar nicht so einfach und zweitens möchte man das, was man schreibt oder in Form von Bildern und Videos online stellt, mit einer gewissen Zahl von Menschen teilen. Sonst müsste man es nicht hochladen. Echte Kontrolle über seine Inhalte hat man damit nicht mehr. Zudem muss mit technischen Pannen gerechnet werden, die im schlimmsten Fall Privates ganz öffentlich werden lassen.


3 Responses zu “Eigene Fotos ins Internet stellen: 20 Millionen Menschen in Deutschland tun es

Werbung

Kommentar schreiben