Wetterfühligkeit? An die frische Luft!

Wetterfühligkeit, das klingt so harmlos, mehr wie eine Ausrede als nach einem ernsten Problem oder einem Hindernis, das bestimmten Aufgaben im Weg steht. Für die Betroffenen ist es jedoch ein ernsthaftes Problem, was dadurch, dass sie mit ihrem Leiden nicht ernst genommen werden, noch größer wird.

“Die einen bekommen Kopfschmerzen, andere fühlen sich müde und reagieren gereizt, wieder andere können sich kaum konzentrieren und schlafen schlecht: Menschen, die unter Wetterfühligkeit leiden, reagieren ganz unterschiedlich auf klimatische Veränderungen”, schreibt die Zeitschrift DAHEIM in einem Pressetext zu ihrer Oktober/November-Ausgabe. Dort will man dem Phänomen auf den Grund gehen. “Wetterfühligkeit ist weder ein Hirngespinst noch eine Krankheit im medizinischen Sinn, sondern ein Anzeichen dafür, dass der Mensch Probleme mit dem Organismus hat. Rat der Experten: Das Warnsignal des Körpers nicht als Wehleidigkeit abtun, sondern sich ärztlichen Rat einholen”, schreibt das Magazin.

“Wir kennen sowohl die Symptome bei Wetterfühligkeit als auch die möglichen Ursachen, aber wissenschaftlich hinreichend bewiesen sind die Faktoren nicht, da oft mehrere Parameter gleichzeitig wirken”, erklärt Dr. Eva Wanka, Diplom-Meteorologin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Als mögliche Ursachen für Wetterfühligkeit kommen Herz-Kreislauf-Störungen und Stress in Betracht. Ebenfalls verstärkt betroffen sind Menschen mit zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, Asthmatiker, Migränepatienten, Rheumakranke sowie Menschen, die Knochenbrüche und Amputationen hinter sich haben. Sie alle leiden überdurchschnittlich bei Wetterschwankungen.

Mediziner und Wetterexperten glauben, dass Druckschwankungen in der Atmosphäre zu den Ursachen zählen. Insbesondere niederfrequente Luftdruckschwankungen werden als Auslöser angesehen. “Diese entstehen, wenn unterschiedliche, etwa warme und kalte Luftmassen, einander überströmen oder sich über Hindernisse wie Berge bewegen”, so Wanka. Untersuchen zeigen, dass außerdem schnelle und starke Temperaturänderungen sowie Änderungen der Luftfeuchtigkeit eine Ursache für Wetterfühligkeit sein können, denn der Körper muss dann Schwerstarbeit bei der Thermoregulation leisten.

Die Zeitschrift DAHEIM schreibt dazu: “So fühlen sich Menschen mit Bluthochdruck bei starker Erwärmung oft besser, Menschen mit niedrigem Blutdruck leiden in solchen Phasen hingegen oft unter Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. Beim Föhn kommt beides zusammen – niederfrequente Luftdruckschwankungen und ein ascher Temperaturanstieg. Die Folgen sind bei den meisten Menschen dann dieselben: Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme.”

Eine Medizin im klassischen Sinn gebe es nicht gegen Wetterfühligkeit, meinen die Experten, aber dafür ein ganz einfaches Mittel: Man soll an die frische Luft gehen. Anstatt drinnen zu bleiben, soll man sich dem Wetter gerade aussetzen, denn so trainiert man seinen Körper darauf, weniger empfindlich zu reagieren.

Dazu kommen altbekannte Tipps, wie sie bei allen möglichen Beschwerden genannt werden: “Bei Hitze viel trinken, auf gesunde Ernährung achten, Sport treiben, Stress durch autogenes Training abbauen, ausreichend schlafen, wenn möglich in der Frühe schwimmen, Wechselduschen praktizieren und regelmäßig in die Sauna gehen. Mit allen Maßnahmen, so die Fachleute, wird das Immunsystem des Körpers trainiert und die Fähigkeit verbessert, auf Wetterextreme leichter zu reagieren.”

Mehr Informationen zum Thema Wetterfühligkeit stehen in der neuen Ausgabe von DAHEIM, die morgen am 21. September 2009 erscheint.

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