Ob als Aufmunterung gedacht oder als Aufforderung, unabhängiger zu denken und zu handeln: Statt “Was werden die Leute dazu sagen?” ist für die heutige Gesellschaft eher der Spruch “Ist doch egal, was andere darüber denken!” typisch.
Ich wäre der Letzte, der nicht dazu aufrufen würde, seinen eigenen Weg zu gehen, selbst wenn man sich damit Schwierigkeiten bereitet. Aber Realitätsverweigerung möchte ich nicht fördern. Wie andere Menschen einen einschätzen, ist von erheblicher Bedeutung. Da sollte man sich nichts vormachen, sondern aus einem realistischen Blickwinkel heraus entscheiden, wie sehr man sich anpassen möchte oder wie viel Zeit man darauf verwendet, nach außen gut dazustehen bzw. wann man sein wahres Gesicht zeigt und wann man eine Maske aufsetzt.
Erstaunlich finde ich, wie viele Menschen sich kaum Gedanken darüber machen, wie sie im Internet auf andere Menschen wirken. Selbst viele Unternehmen entdecken Online-PR erst ganz langsam für sich. Und vielen Firmen ist nicht bewusst, was das Social Web für sie bedeuten kann. Sich aktiv um den eigenen Ruf kümmern, das ist für sehr viele Menschen gar kein Thema. Damit befasst sich auch eine Presseinformation der Personensuchmaschine yasni.de: “Das Leben spielt sich auch im Internet ab: Bewerber werden online überprüft, Arbeitskollegen recherchieren sich gegenseitig und Freunde kommunizieren öffentlich übers Netz miteinander. Der Mensch von heute wird zunehmend transparent – die Bedeutung des aktiven Online Reputation Managements nimmt zu. Trotzdem kümmert sich der Großteil der Internet-Nutzer nicht um den eigenen Ruf im Internet. Laut einer aktuellen Umfrage der Personen-Suchmaschine Yasni betreiben nur 40 Prozent der deutschsprachigen Internet-Nutzer Online Reputation Management.”
Sich selbst gut verkaufen zu können, ist nicht erst mit dem Web 2.0 wichtig geworden. Wie sie auf andere wirken, ist der Mehrzahl der Menschen dennoch nicht egal: “Die meisten Menschen werfen einen Blick in den Spiegel, bevor sie das Haus verlassen – schließlich möchte man unterwegs einen guten Eindruck hinterlassen. Was für den Stadtspaziergang gilt, empfiehlt sich auch für den virtuellen Rundgang. Denn jeder Schritt im Netz hinterlässt Spuren, die nach und nach unser Erscheinungsbild und unseren Ruf formen”, mahnt Yasni.
Die Personensuchmaschine hat eine Online-Umfrage zum Thema “Wieviel Zeit investieren Sie in der Woche für die Pflege Ihres Rufs im Internet?” durchgeführt. Nahezu 23 % der deutschsprachigen Internet-Nutzer verwenden in der Woche bis zu drei Stunden darauf, bei 18 % sind es sogar mehr als drei Stunden. Auf der anderen Seite stehen indes 60 %, die ihr eigener Ruf im Netz nicht kümmert.
Dazu sagt Steffen Rühl, Yasni Geschäftsführer: “Das Ergebnis zeigt einen klaren Trend Richtung Online Reputation Management. Gleichzeitig sind die Zahlen alarmierend, da sie den teilweise sorglosen Umgang mit dem Internet widerspiegeln. Das Bewusstsein über positive und negative Folgen sowie die Möglichkeiten des aktiven Ruf-Managements muss geschärft werden.”
Da stimme ich Steffen Rühl von Yasni zu. Nicht an die Folgen zu denken, kann sich bald rächen. Oder etwas später, das Internet vergisst nichts. Andererseits finde ich es ebenfalls bedenklich, wenn alle Onlineaktivitäten auf ein gutes Erscheinungsbild unter Karrieregesichtspunkten ausgerichtet werden. Wer stets darauf achtet, sich keine Blöße zu geben, nichts Falsches zu sagen oder zu schreiben, sich immer schön in der Mitte hält, um nirgends anzuecken, verhält sich nicht mehr authentisch.
Menschen mit einem klarem Profil können mehr Sympathiepunkte sammeln als solche, die sich vor lauter Ausgewogenheit und Hintertürchen nie auf etwas festlegen. Während die Politik in dieser Hinsicht oft kein gutes Vorbild ist, können wir aus dem Fernsehen lernen. Besonders in Sitcoms sind es doch die vielen kleinen und großen Schwächen, die einen Charakter sympathisch wirken lassen. Also: Problembewusstsein entwickeln, aber locker bleiben!



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[...] Nutzern, die im Internet leichtsinnig mit ihren Daten umgehen, stehen viele andere gegenüber, die übervorsichtig sind und im [...]