EU mobilisiert Superhelden gegen das Rauchen
Eine Serie mit animierten Superhelden soll junge Menschen für ein rauchfreies Leben interessieren. Bis September 2010 schickt die EU-Initiative HELP im Rahmen einer viralen Kampagne monatlich eine neue Episode ins Netz.
“Die Aktion ist auf den 2009 entwickelten partizipativen Ansatz der HELP-Kampagne abgestimmt und soll durch die Nutzung interaktiver Plattformen, wie Soziale Netzwerke und Video-Portale, verstärkt werden. Die Partnerschaft mit Daily Motions ist ebenso integraler Bestandteil des Projekts wie die Präsenz der Kampagne auf Facebook. Konzept und Erarbeitung der ‘Helpisodes’ entstanden unter beratender Mitwirkung jener Jugendorganisationen, mit denen HELP zusammenarbeitet, um die Zielgruppe bestmöglich zu erreichen”, ist dem Pressetext zu entnehmen.
Mutig und provokant nennt HELP die neue virale Kampagne, die auf www.help-eu.com zugänglich ist. Selbst nach dem Lesen der folgenden Passage aus der Presseinfo fällt es mir jedoch schwer, die dort beschriebene Handlung aus dem Video nachzuvollziehen:
“Die Serie besteht aus elf eigenständigen, animierten ‘Helpisoden’ mit einer maximalen Länge von jeweils 1:30 Minuten. Zum Start der Serie stellt ein zweieinhalb minütiger Pilotfilm die Hauptakteure vor. Der Pilotfilm erzählt, wie die Helpers durch ein rauchbedingtes persönliches Trauma zusammenfinden und für eine rauchfreie Welt kämpfen. Jede ‘Helpisode’ zeigt einen mit dem Thema Rauchen konfrontierten, jungen Europäer (HelpMe), der entweder aufhören, erst gar nicht damit anfangen bzw. sich vor Passivrauch schützen möchte. Um Hilfe zu erhalten, rufen sie das tüchtige, entschlossene Trio (Helpers). Die drei Helden wenden erfolgreich originelle und verrückte Tipps an, um das Problem zu lösen.”
Also das erschließt sich einem aus dem Video nicht unbedingt, finde ich. Am Ende des Videos wird eine Zigarettenfabrik in die Luft gesprengt. In vielen Teilen der Welt werden Anschläge verübt, bei denen etwas in die Luft gesprengt wird. Das mag man als verrückt bezeichnen, originell ist es nicht.
Natürlich möchte ich HELP nicht unterstellen, militante Nichtraucher zu Sprengstoffattentaten aufzurufen. Aber HELFT mir mal bitte: Was soll der Unsinn?
Die Presseinfo erläutert: “Ziel dieser absurden und vor allem witzigen ‘Helpisoden’ ist es, mit den Jugendlichen in einer Sprache zu kommunizieren, die sie verstehen und schätzen. Sie machen auf die Vorteile des Nichtrauchens aufmerksam und verweisen auf echte Tipps und Ratschläge auf der HELP-Website – einem zentralen Element der HELP-Kampagne. Jede ‘Helpisode’ zeigt einen absurden Tipp, passend zu einem der Kernthemen der HELP-Kampagne: Prävention, Rauchstopp und Passivrauchen. Das Ende einer jeden Helpisode verweist den Internetnutzer auf die HELP-Website www.help-eu.com zu Tipps, die auch wirklich funktionieren.”
Aha, so kommuniziert man also mit Jugendlichen…
Außerdem gefällt mir die ganze Richtung der Kampagne nicht. Jeder Erwachsene (!) sollte frei entscheiden, ob er raucht oder nicht, solange er andere nicht damit belästigt. Zum Schutz der Nichtraucher ist noch eine Menge zu tun!
Der Vorschlag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Gesundheit als Schulfach einzuführen, gefällt mir dagegen sehr gut. Die Menschen sollten eigenverantwortlich Entscheidungen für ihr Leben treffen, dabei sollte man sie unterstützen. Entscheiden sie sich am Ende für das Rauchen, sollte man ihre Entscheidung respektieren, anstatt zu versuchen, sie zu bevormunden. Und überhaupt: Zumindest in Deutschland dürfen an Minderjährige gar keine Tabakwaren verkauft werden. Wie kann es eigentlich sein, dass es für Nichtraucher-Kampagnen für Jugendliche überhaupt einen Bedarf gibt?




30. Oktober 2009 um 14:48 |
[...] This post was mentioned on Twitter by Christina and Oliver Springer, Dr. Elvira Buckard. Dr. Elvira Buckard said: EU mobilisiert Superhelden gegen das Rauchen http://tinyurl.com/yfydhh4 [...]
27. Juni 2010 um 21:33 |
[...] Aufklebern, auf denen Skelette mit Zigarette zu sehen sind. Ich hatte das immer als Warnung vor den Gefahren des Rauchens für die Gesundheit [...]