Wer mit einem Smartphone oder nur mit einem “gewöhnlichen” Mobiltelefon per UMTS online geht, benötigt meist keine hohen Bandbreiten. Anders sieht es aus bei der mobilen Internetnutzung mit Notebook, Netbook oder Tablet-Computer.
Den üblichen Werbeaussagen zufolge kann man unterwegs inzwischen fast genauso schnell surfen wie zu Hause über einen DSL-Anschluss. Theoretisch stimmt das sogar. Die Unterschiede zwischen der theoretisch möglichen Bandbreite und dem tatsächlichen Surftempo sind im Mobilfunk allerdings noch größer als im Festnetz. Ein DSL-Anschluss bleibt üblicherweise schließlich ein ganzes Stück hinter den beworbenen “bis zu 16 MBit/s” zurück. Die Mobilfunkunternehmen werfen in letzter Zeit sogar noch größere Zahlen in den Ring und schüren so Erwartungen, die sie oft nicht erfüllen.
Die COMPUTERBILD hat in mehreren Ballungsräumen getestet, wie schnell das mobile Internet tatsächlich ist. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Besonders tagsüber darf man keine Tempo-Höhenflüge erwarten. Das Magazin schreibt in der Presseinformation zur aktuellen Ausgabe:
>>Per Mobilfunk übers Handy Videos schauen oder mit Notebook und UMTS-Stift im Internet surfen – glaubt man der Werbung, klappt das ganz flott im DSL-Tempo. So werben Vodafone und T-Mobile mit Datenraten von bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbps) fürs mobile Internet per UMTS. COMPUTERBILD hat in einem aufwendigen Verfahren in mehreren Ballungszentren nachgemessen: Die versprochenen Geschwindigkeiten erreichen die Anbieter nicht mal annähernd. Zudem kassieren sie Nutzer mit nutzlosen Optionstarifen für ein höheres UMTS-Tempo ab (Heft 6/2011, ab Samstag im Handel).
Der Praxistest sollte klären, wie hoch das Tempo beim Surfen in Gebieten mit guter UMTS-Netzversorgung tatsächlich ist. COMPUTERBILD prüfte dies in Berlin, Leipzig, München, Frankfurt am Main und Hamburg. Dazu legten die Tester Messpunkte fest, die laut Anbieter mindestens guten UMTS-Empfang bieten. Dort luden sie tagsüber und nachts mehrere Tausend Internetseiten unterschiedlicher Größe über die UMTS-Netze von Vodafone, T-Mobile, O2 und Base.
Das Ergebnis: Mobiles Internet per UMTS ist oft schneckenlahm. T-Online, Vodafone und O2 schaffen nur gut 20 Prozent des beworbenen Maximaltempos. Am besten schnitt Vodafone ab – doch von der beworbenen Höchstgeschwindigkeit von 21,6 Mbps kann nicht die Rede sein. Im Schnitt aller fünf Großstädte erreichte der Anbieter ein Durchschnittstempo von 2,44 Mbps. Immerhin überspringt er damit als einziger der vier Netzanbieter die 2-Mbps-Marke. T-Mobile schaffte im Städtemittel nur durchschnittlich 1,83 Mbps. Mit im Schnitt weniger als einem Mbps landeten O2 und Base auf den letzten beiden Plätzen.
Besonders tagsüber gehen die Mobilfunknetze in die Knie. So waren die Datenraten am Tag im Schnitt 41 Prozent niedriger als nachts. Die Folge: Wartezeiten beim Surfen. Kaum verwunderlich, dass UMTS-Nutzer deshalb bereit sind, für mehr Tempo mehr zu zahlen. T-Mobile bietet für monatlich 9,95 Euro Aufpreis eine Tempo-Option mit bis zu 21,6 Mbps an. Im Test waren aber nie mehr als 5,82 Mbps Maximaltempo drin. Vodafone lockt mit gleich drei Geschwindigkeits-Optionen. Doch nur die langsamste mit einem Limit von 3,6 Mbps lässt sich ab und zu ausreizen, denn mehr als 5,27 Mbps gab es im Test nie – den Aufpreis von 20 Euro pro Monat für die 21,6-Mbps-Stufe können sich UMTS-Nutzer sparen. Bei beiden Anbietern sind allenfalls die in den Tempooptionen enthaltenen höheren Übertragungsvolumina interessant.<<
Wer wissen möchte, wie schnelle seine derzeitige Internetverbindung ist, kann dies unter dsl-speedtest.computerbild.de sofort selbst prüfen.





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