Internet auf dem Fernseher mit Risiken

Wer mit seinem Computer online geht, muss sein System schützen. Das ist so gut wie allen Internetnutzern ziemlich klar, selbst wenn sehr viele User die Sicherheit vernachlässigen. Beim Einsatz von Smartphones fehlt dagegen vielen noch völlig das Bewusstsein für die Gefahren. Und wie sieht es mit Flachbildfernsehern aus, die den Zugriff auf Online-Inhalte ermöglichen, gibt es dort ebenfalls Gefahren?

Ja, sogar weit mehr als “nötig”. So werden die Daten oft unverschlüsselt übertragen. Das ist schade, denn Internet über den Fernseher bietet enormes Potenzial, das Mediennutzungsverhalten der Menschen nachhaltig zu verändern. Das Gefühl, dass das Ganze irgendwie gefährlich sei, sollten die Hersteller da gar nicht erst aufkommen lassen, denn damit schaden sie sich selbst.

Noch sind Internetfunktionen bei Flachbildfernsehern nur für recht wenige Käufer ein entscheidendes Kaufkriterium für TV-Geräte, aber das liegt meiner Überzeugung nach stark daran, dass viele die spannenden Möglichkeiten von Hybrid-TV-Geräten bisher gar nicht kennen. Hier wird sich noch einiges tun, aber die Gerätehersteller und die Anbieter von Apps müssen  dringend bei der Sicherheit nachbessern.

Die Zeitschrift AUDIO VIDEO FOTO BILD hat den Datenverkehr von Fernsehern ins Internet untersucht und schreibt in einer Pressemitteilung vom Anfang dieser Woche:

>>In Deutschland werden bis zum Jahresende rund 3,4 Millionen Fernseher mit Internet-Zugang verkauft. Mit solchen Geräten erhalten Nutzer Zugang zu Internetvideotheken, Fotoportalen oder sozialen Netzwerken wie Facebook, die in der Regel eine persönliche Anmeldung und ein Passwort erfordern. Deshalb hat die Fachzeitschrift AUDIO VIDEO FOTO BILD den Datenverkehr aktueller Fernseher ins Internet untersucht. Ergebnis: Fünf Modelle von sieben Herstellern übertrugen Nutzerdaten unverschlüsselt. Hacker können so die Zugangsdaten abfangen und damit zum Beispiel Filme auf Kosten des ahnungslosen TV-Nutzers ausleihen (Heft 9/2011, ab Mittwoch im Handel).

Laut Herstellern sind die Fernseher grundsätzlich dazu in der Lage, Nutzerdaten verschlüsselt zu übertragen. Die AUDIO VIDEO FOTO BILD-Analyse ergab jedoch, dass beispielsweise die Verbindungen zum Kurznachrichtendienst Twitter bei TV-Geräten etwa von Samsung oder Panasonic verschlüsselt waren, bei Modellen von Philips oder Sharp hingegen nicht. Die Hersteller lehnen jedoch in ihren Nutzungsbedingungen und Datenschutzhinweisen die Verantwortung für die Sicherheit der Internetangebote ab – das sei Sache der externen Anbieter. Tatsächlich zeigen die Fernseher zunächst eigene Internetportale mit einer Übersicht der verfügbaren Angebote. Sobald man eines der Angebote auswählt, verlässt man die Zuständigkeitsbereiche der TV-Hersteller und landet auf den für Fernseher aufbereiteten Internetseiten etwa von Twitter, Maxdome oder Picasa.

Die Gerätehersteller versprachen auf Anfrage von AUDIO VIDEO FOTO BILD Abhilfe. Das Video-on-Demand-Angebot von Viewster zum Beispiel ist zur Zeit noch in der kostenlosen Beta-Phase. Beim finalen Dienst soll der Zugang dann verschlüsselt sein.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Nutzer Passwörter verwenden, die aus Buchstaben und Ziffern bestehen und scheinbar keinen Sinn ergeben. Außerdem empfiehlt es sich, nie dasselbe Passwort für mehrere Dienste zu verwenden und es alle drei Monate zu ändern.

AUDIO VIDEO FOTO BILD im Internet: www.avfbild.de<<

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