Was hat Grillen mit Klimaschutz zu tun?

Wem der Klimaschutz nicht gleichgültig ist, sollte in der Grillsaison dafür sorgen, dass die richtigen Lebensmittel auf den Rost kommen. Unsere Ernährung ist das ganze Jahr über ein Thema für den Klimaschutz. Grillen an sich ist nicht problematisch.

Durch die richtige Auswahl des Grillguts lässt sich der Schaden für das Klima allerdings minimieren. Generell ist eine fleischarme oder noch besser fleischlose Ernährung eine gute Möglichkeit, die Umwelt zu schützen. Fleisch zu essen ist aus mehreren Gründen sehr problematisch. Wer nicht komplett auf vegetarische Ernährung umstellen möchte, kann trotzdem etwas tun, denn nicht jede Fleischsorte belastet das Klima gleichermaßen. Sich an Grillabenden ganz auf Grillkäse zu konzentrieren, wäre übrigens auch keine gute Idee.

Der TÜV Rheinland hat untersucht, wie die negativen Auswirkungen auf das Klima durch das Grillen reduziert werden können. Die wichtigsten Ergebnisse lauten:

>>Wer beim Einkauf für den nächsten Grillabend nicht nur auf Geschmack, Qualität oder Preis achten will, sondern auch auf die Umwelt, hat es leicht: Allein knapp 20 Prozent klimaschädlicher Emissionen lassen sich vermeiden, wenn man auf Rindfleisch und Grillkäse verzichtet und stattdessen auf Gemüse, Würstchen oder Schweinefleisch ausweicht. Das haben Fachleute von TÜV Rheinland in einer vergleichenden Ökobilanz zum Grillen festgestellt. Bei einer solchen Ökobilanz werden rechnerisch die Emissionen und andere Umweltauswirkungen über den gesamten “Lebensweg” eines Produktes analysiert: von der Herstellung oder Erzeugung über Transport und Verkauf bis zur Verwendung und Verwertung. Ralf Martin Müller, Projektverantwortlicher für Ökobilanzierungen bei TÜV Rheinland: “Ob Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill ist für die Umwelt längst nicht so wichtig wie die Auswahl des Grillguts. Tierische Produkte beispielsweise belasten die Umwelt über den gesamten Lebensweg weit mehr als Gemüse.”

Für die Studie haben die Fachleute von TÜV Rheinland die Umweltauswirkungen eines kompletten Grillabends von zwei Familien mit acht Personen analysiert. Gegrillt wurde auf Holzkohle, auf einem Einweggrill mit Holzkohle, auf einem Gas- sowie einem Elektrogrill. Dabei kamen zunächst je 400 Gramm Rindfleisch, Schwein und Hähnchen, Rinds- und Schweinewürstchen sowie Feta und Mais auf den Grill. Das Ergebnis: Je nach Grillart (Gas, Kohle, Elektro) entstanden insgesamt Emissionen zwischen 17,5 und 18 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO2e). Das entspricht etwa einer Autofahrt von rund 120 Kilometern mit einem Mittelklassewagen. “Klimasünder” sind vor allem Rindfleisch mit Emissionen von 2,9 Kilogramm CO2-Äquivalent je 200 Gramm gegrilltem Fleisch und Grillkäse (1,9 kg CO2e je 200 Gramm). Schwein und Würstchen schneiden deutlich günstiger ab, am besten für’s Klima ist der gegrillte Mais mit nur 50 Gramm CO2e-Emmissionen. Alternativ haben die Fachleute einen “klimaoptimierten” Warenkorb gegrillt – ohne Rindfleisch und Grillkäse und mit entsprechend 560 Gramm des anderen Grillguts für die achte Personen. Ergebnis: minus 18 Prozent bei den klimarelevanten Emissionen. Das heißt: “Bewusstes Einkaufen nützt der Umwelt. Wer also einmal auch auf Grillkäse und Rindfleisch verzichtet, kann leicht Gutes für die Umwelt tun”, so Müller.

Betrachtet man das gesamte Grillen von der Herstellung der einzelnen Grills und der Erzeugung des Grillguts über das Grillen selbst bis zur Entsorgung der Grillgeräte zeigt sich, dass nahezu 95 Prozent der anfallenden klimarelevanten Emissionen durch das Grillgut verursacht werden.

Für die Studie hat TÜV Rheinland ausschließlich Umweltaspekte berücksichtigt, insbesondere die Auswirkungen von Treibhausgasen wie Methan, Kohlendioxid oder Lachgas, die Energieeffizienz und den Rohstoffbedarf. Einkaufspreis, Qualität der Grills oder der Lebensmittel oder beispielsweise der Geschmack spielten keine Rolle.<<

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