Vor- und Nachteile von WLAN

Das mobile Computing befindet sich in einer Boomphase, und dennoch gibt es Probleme. Nicht überall steht WLAN zur Verfügung und wenn, dann ist die Anmeldung kompliziert und die Kosten sind hoch. Gratis-WLAN gibt es zwar auch, aber an längst nicht an so vielen Stellen, wie es gebraucht wird.

Die drahtlose Breitbandtechnik hat ihre Vorteile und Nachteile. Die Vorteile sind, dass der User sich überall in der Nähe eines WLAN-Netzwerks oder Hotspots in das Netz einwählen kann und kein LAN-Kabel erforderlich ist. Die Datenübertragung erfolgt per Funk und die Reichweite beläuft sich mit dem Einsatz eines Repeaters auf bis zu 300 Meter. Je weiter ein User vom WLAN-Router entfernt ist, desto schlechter sind die Empfangsqualität und die damit verbundene Bandbreite.

Das heimische WLAN wird mit einem Router und einem Breitbandzugang aufgebaut. Der Nachteil ist die begrenzte Reichweite, der teilweise komplizierte Aufbau und die unzureichende Sicherheit. Die Sicherheit kann nur dann gewährleistet werden, wenn ein WPA-Schlüssel (derzeit sollte es WPA2 sein) eingerichtet wurde und das Netzwerk in Verbindung mit einer Firewall vor Angriffen aus dem Internet schützt. Zu Hause halten sich die Gefahren jedoch in Grenzen, wenn man vorsichtig ist. Eine echte Gefahr kann von öffentlichen WLANs ausgehen, in denen die Datenübertragung meistens unverschlüsselt erfolgt.

Insofern ist man mit einer Mobilfunkverbindung deutlicher sicherer unterwegs. Das Internet per Mobilfunk mit UMTS oder LTE erfordert außerdem keine zeitaufwendige Einrichtung. Das Netbook, Tablet oder Smartphone muss sich nur in das mobile Netzwerk einloggen. Optimal kann Internet über das Mobilfunknetz nur in Verbindung mit einer Flatrate genutzt werden.

Nach dem Login kann anschließend mit recht hoher Bandbreite durch das Internet gesurft werden. Sind viele User in einer Funkzelle eingeloggt, sinkt die Datenrate jedoch. Die Überlastung der Datennetze ist ein nicht zu unterschätzendes Problem.

Nach einer aktuellen Studie des Computerherstellers Dell hemmt die mangelnde WLAN-Abdeckung das mobile Computing. In einer Pressemitteilung des Computerherstellers heißt es:

>>Mobile Computing boomt, aber der unkomplizierte WLAN-Zugang bleibt in Deutschland die Ausnahme. Wer unterwegs im Web surfen will, muss sich mit hohen Kosten und umständlichen Anmeldeprozeduren herumschlagen. Statt das Mobile Computing auszubremsen, könnte Deutschland mühelos Vorreiter beim WLAN-Zugang werden, meint Dell-Managerin Petra Wolf.

Mobile Computing ist längst ein Megatrend. Privatnutzer wollen mit ihren Notebooks, Smartphones und Tablets an jedem Ort online gehen und jederzeit auf Soziale Netze, auf Chats, Foren, Mails oder Websites zugreifen können. Business-User wollen den uneingeschränkten Zugriff auf Unternehmensdaten.

WLANs, also drahtlose Netze, stellen dabei für die meisten Nutzer eine optimale Zugangs-Technologie dar, weil sie schneller und kostengünstiger als Telefonverbindungen sind. Viele Systeme, gerade die neuen Tablets, können sogar nur über einen WLAN-Zugang mit dem Web kommunizieren.

Allerdings bremst der dürftige Ausbau der WLAN-Infrastruktur in Deutschland die Entwicklung beim Mobile Computing aus. Kostenlose Hot-Spots sind noch immer auf einzelne Hotels und wenige gastronomische Betriebe beschränkt. Im öffentlichen Raum, beispielsweise auf Bahnhöfen, Flugplätzen oder in Verkehrsmitteln, stehen meist nur kostenpflichtige WLANs zur Verfügung. Diese sind nicht nur teuer, sondern auch kompliziert zu bedienen; in der Regel muss man persönliche Daten wie eine Kreditkartennummer hinterlassen und wird nicht selten von sonderbaren Abrechnungsmodalitäten überrascht. Während Geschäftskunden die teilweise horrenden Kosten für das mobile Surfen schlucken, stellt diese Praxis für viele junge Web-Nutzer, etwa Studenten und Schüler, ein erhebliches Hindernis dar.

“Mobile Systeme boomen, aber beim Ausbau einer kostenfreien WLAN-Infrastruktur hinkt Deutschland deutlich hinterher”, erklärt Petra Wolf, Marketing Director bei Dell. “In vielen Ländern kann man sich ohne jeden Aufwand in der Bahn oder auf öffentlichen Plätzen in ein WLAN einloggen, sogar in Buslinien gibt es den kostenlosen Service. Hierzulande zeigen zwar einzelne Anbieter, etwa Imbissketten, dass so ein Service problemlos und zu geringen Kosten realisierbar ist. Umso weniger verständlich ist es, dass andernorts WLANs nur mit hohen Kosten und aufwändigen Prozeduren nutzbar sind. Außerhalb von Großstädten ist Deutschland ohnehin öde WLAN-Wüste.”

Kostenlose WLANs sind heute eine entscheidende Voraussetzung für die Nutzung der modernen Kommunikationsmedien und damit für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Weite Teile der Bevölkerung oder ganze Regionen sind davon aber weitgehend abgekoppelt oder erhalten nur mit hohen Hürden Anschluss.

“Das ist in einer Nation mit dem technologischen Anspruch Deutschlands völlig unverständlich”, erklärt Petra Wolf. “Der kostenlose WLAN-Zugang sollte ein selbstverständliche Serviceleistung nicht nur von Unternehmen mit hoher Kundenfrequenz sein. Auch öffentliche Einrichtungen müssen nachlegen, damit etwa Reisende in Bahnhöfen, Zügen oder Flughäfen einfachen WLAN-Zugang erhalten Deutschland würde es jedenfalls gut anstehen, hier Vorreiter und nicht Nachzügler zu sein.”

In Europa wird beispielsweise die Bereitstellung von kostenlosem WLAN in vielen Städten massiv ausgebaut: So sind in Paris und in Madrid zahlreiche Hotspots auf öffentlichen Plätzen verfügbar; London will sogar bis zu den Olympischen Sommerspielen im nächsten Jahr in der ganzen Stadt kostenloses WLAN zur Verfügung stellen. Deutschland muss sicherstellen, dass es Anschluss an diese Entwicklung findet.<<

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