Deutsche Mobilfunknetze im Test von “connect” – spürbare Unterschiede bei der Leistung

Tests zu Mobilfunkunternehmen gibt es eine ganze Menge. Zu unterscheiden sind dabei Tests technischer Art und solche, bei denen es um Tarife und Service geht. Ein Unternehmen mit gutem Kundenservice oder besonders niedrigen Preisen muss technisch nicht viel zu bieten haben.

Ob man seinen nächsten Mobilfunkvertrag für das in technischer Hinsicht beste Netz Deutschlands abschließen sollte, lässt sich pauschal nicht sagen. Wer vor allem billig telefonieren oder billig SMS versenden möchte, aber das mobile Internet gar nicht nutzt, muss nicht auf hohe Datenraten, stabile Verbindungen beim Datenverkehr oder überhaupt UMTS-Verfügbarkeit achten. Nutzt man sein Smartphone fast gar nicht mehr zum Telefonieren, ist die Sprachqualität kein entscheidendes Kriterium.

Bevor es Sinn ergibt, die Testergebnisse genau zu vergleichen, sollte man sich also klarmachen, worauf es einem als Kunde derzeit überhaupt ankommt. Sehr wichtig ist übrigens auch, wie die technische Qualität in den Gegenden ist, in denen man sich tatsächlich regelmäßig aufhält. Wer nie aufs Land fährt, sondern allenfalls per Flugzeug oder Eisenbahn zwischen verschiedenen Städten unterwegs ist, benötigt kein Mobilfunknetz, das auch auf dem Land noch hohe Datenraten bei der mobilen Internetnutzung gewährleistet.

Bei der Qualität von Mobilfunknetzen kommt es damit auf Details an. In der aktuellen Ausgabe der “connect” erfährt man viel über die Ergebnisse eines detaillierten Tests. In der Pressemitteilung dazu lesen wir über den Test der Mobilfunknetze:

>>connect, Europas führendes Telekommunikationsmagazin, hat in seiner neuesten Ausgabe 12/12 (ab Freitag, 4. November am Kiosk) die deutschen Mobilfunknetze bundesweit getestet. Im Fokus stand neben der Sprachversorgung und -qualität vor allem der mobile Datentransfer.

Der Smartphone- und Notebook-Markt boomt: Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, sich mit den mobilen Geräten unterwegs ins Internet einzuwählen. Das stellt die Mobilfunkbetreiber vor große Herausforderungen, denn die Netze müssen für den Ansturm gerüstet sein. Auch connect hat im inzwischen 14. Netztest seit 1999 die Kriterien verschärft und neue
Parameter bei den Messungen herangezogen. Dabei ergaben sich teils erhebliche Unterschiede zwischen den Anbieter.

Telekom holt souverän den Testsieg, Vodafone bleibt in Schlagdistanz
Die Telekom hat ihr Netz in bisher nicht gekannter Konsequenz auf den neuesten Stand der Technik gebracht. In fast allen Kriterien liegen die Bonner mit zum Teil deutlichem Vorsprung auf Platz 1. So ist der Webseitenaufruf im Schnitt eine Sekunde schneller abgeschlossen als beim stärksten Konkurrenten Vodafone. Der Datei-Download gelingt sogar durchschnittlich in einem Drittel der Zeit. Beim Upload liegt die Zeitersparnis bei 50 Prozent, selbst Youtube-Videos starten schneller und laufen stabiler. Die Telefoniemessungen lieferten sowohl bei der Zuverlässigkeit als auch der Sprachqualität mit Abstand die besten Werte.

Damit dominiert die Telekom den Netztest mit bisher nicht gekannter Souveränität und schneidet als einziger Kandidat mit der Note „sehr gut“ ab.

Auch Vodafone hat den massenhaften Umstieg seiner Kunden von Handys auf datenhungrige Smartphones gut verkraftet. Der Verlust von Platz 1 liegt an dem extremen Sprung, der der Telekom innerhalb eines Jahres gelungen ist. Für Smartphones bietet Vodafone ein gutes Netz, das gilt prinzipiell auch für den Notebook-Datenverkehr per USB-Stick. Doch innerhalb der Städte muss sich Vodafone dem Erzkonkurrenten fast immer deutlich geschlagen geben. In Sachen mobiles Internet und Youtube-Video sind die Roten aber nah dran – und wer außerhalb der Städte Netzzugriff auf Knopfdruck braucht, hat bei Vodafone sogar bessere Chancen. Unterm Strich verdient die Performance das Urteil „gut“.

Die Kleinen hinken hinterher
An Boden verloren hat O2 und muss sich mit der Note „ausreichend“ zufrieden geben. Vor allem die im Vergleich niedrigen Erfolgsraten bei Telefonaten in großen Städten sind alarmierend: Im Test machten mehr als 7 von 100 Telefongesprächen Probleme. Für ein Lastproblem spricht die höhere Erfolgsrate auf dem Land, denn hier müssen sich weniger Menschen eine
Mobilfunkzelle teilen. Auch um die Smartphone-Datenraten steht es nicht zum Besten. Insbesondere die Grenzen, unter der das langsamste Drittel liegt, sind inner- und außerhalb der Städte sehr niedrig. Bei den Mobile-Broadband-Messungen mit USB-Datenstick werden die Unterschiede zum Netztest-Spitzenreiter noch eklatanter, mehr als der dritte Platz ist so nicht drin.

Bei E-Plus zeigen die Investitionen ins Netz erste Erfolge: Auch wenn die Messwerte nicht 1:1 mit dem Vorjahr zu vergleichen sind, ist die Anstrengung schon jetzt an erhöhter Breitbandverfügbarkeit in den Städten und an höheren durchschnittlichen Datenraten außerhalb zu erkennen. Mit O2 liefert sich E-Plus bei Smartphones ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das verliert E-Plus insgesamt knapp, besonders bei Daten außerhalb der Stadt. Bei den Stadt-Land-Gesprächen können sich die Grünen gegenüber dem Vorjahr aber verbessern. Und allein auf die Smartphone-Messung der Großstädte bezogen liegt E-Plus sogar vor O2. Nur geringen Abstrichen um die 0,2 Mbit/s bei den Datenraten stehen deutlich zuverlässigere Sprachverbindungen gegenüber. Nach den eingeschränkten Smartphone-Datenraten können erwartungsgemäß auch die mit UMTS-Datenstick gemessenen Geschwindigkeiten nicht überzeugen.

Vergleichsweise schwach präsentieren sich die Messungen auf Autobahnen. So bleibt es auch 2011 bei einem „ausreichend“.<<

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