Begriffe wie Ökostrom oder grüner Strom sind nicht so eindeutig, wie es im Sinne der Verbraucher wünschenswert wäre. Diese Begriffe sind ziemlich unscharf, sodass man als Stromkunde genauer hinsehen muss, wenn man echten Ökostrom bekommen möchte.
Beim Strom ist das ähnlich wie bei Nahrungsmitteln, wo inflationär das Wort “bio” eingesetzt wird. Möchte man bei Bio-Produkten sichergehen, helfen einem anerkannte Bio-Siegel bei der Auswahl. So etwas gibt es beim Thema Strom ebenfalls. Siegel bzw. Zertifikate helfen den Verbrauchern, eine Auswahl zu treffen. Wie bei Bio-Siegeln gilt bei Ökostrom-Siegeln, dass es dabei deutliche Unterschiede geben kann.
Der TÜV Rheinland, der selbst grüne Stromangebote zertifiziert, mahnt zum genauen Hinsehen bei Ökostrom mit RECS-Zertifikaten. Deren Nutzen ist allgemein umstritten. In einer Pressemitteilung des TÜV Rheinland heißt es zum Thema grüner Strom:
>>Die Atomkatastrophe von Fukushima lässt viele deutsche Verbraucher umdenken: Umweltfreundliche Stromangebote sind gefragter denn je. Immer mehr Haushalte vollziehen die Umstellung auf “grünen” Ökostrom, was einzelnen Stromanbietern zeitweise Neukundenzuwächse von bis zu 700 Prozent bescherte. Ökostrom wird aus erneuerbaren Energien erzeugt und kommt ohne Atomkraft aus – so zumindest das Versprechen vieler Stromanbieter. Energieexperte Jürgen Reinhardt von TÜV Rheinland: “Für den Verbraucher ist nicht immer ersichtlich, ob der vermeintliche Ökostrom auch wirklich so sauber ist, wie er vorgibt:” Immer wieder komme es zu einer “Vergrünung von Graustrom”. Das heißt, ein Energieversorger kann Ökostrom anbieten, obwohl er selbst gar keinen produziert. So genannte Renewable Energy Certificate System-Zertifikate machen es möglich. “Solche Zertifikate stehen im Grunde für die grüne Eigenschaft von Ökostrom und die ist käuflich”, weiß Jürgen Reinhardt. “Manche Ökostromanbieter kaufen Zertifikate von tatsächlichen Ökostromproduzenten und etikettieren einen Teil ihres Strommixes damit um – ganz legal.”
Diese “einfache” Ökostromvariante hat aus Sicht von TÜV Rheinland durchaus seine Berechtigung – solange dieses Verfahren gegenüber dem Verbraucher transparent dargestellt wird. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, achtet bei der Wahl des Ökostroms darauf, dass das Stromangebot zertifiziert ist. Jürgen Reinhardt und seine Kollegen prüfen Ökostromprodukte nach bestimmten Richtlinien. Die Ergebnisse der Zertifizierung und das Ökostromangebot selbst werden mit dem Label TUVdotCom dokumentiert. Dieses Prüfzeichen garantiert, dass die vom Anbieter zugesicherten Eigenschaften eingehalten werden. “Damit dokumentieren wir, aus welcher Quelle der Strom stammt und in welchem Umfang der Ökostromanbieter in den Neubau regenerativer Anlagen investiert”, erklärt der Fachmann.<<





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