Wie wird in Deutschland kommuniziert? Sind E-Mail, SMS und Telefon heute noch zeitgemäß?

Veröffentlicht in Allgemein von am Samstag, 21. Januar 2012 0 Kommentare

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E-Mail, Festnetztelefon und Mobilfunk gelten manchem schon als Kommunikationsmöglichkeiten von gestern. Als fortschrittlich gilt dagegen die Kommunikation via Social Media, am besten mobil mit dem Smartphone.

Wie sinnvoll das ist, sei dahingestellt. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. berichtete auf Basis einer Studie letzten Monat jedenfalls von einem recht konservativen Verhalten der deutschen Onliner. Stationäre PCs haben nach wie vor eine enorme Bedeutung. SMS sind fester Bestandteil der Kommunikation im Alltag. Immerhin können sowohl E-Mails als auch SMS unkompliziert von den Empfängern gelesen werden, das sollte man bei solchen Erhebungen nicht vergessen. Schon bei Instant Messaging ist die dienstübergreifende Kommunikation immer noch eher Ausnahme als Regel, wenngleich es Fortschritte gibt.

Über die Ergebnisse der Untersuchung lesen wir im Pressetext des Verbands:

>>Die große Mehrheit der deutschen Internetnutzer ist im privaten Bereich weiterhin sehr stark von klassischen Kommunikationsmitteln abhängig. Für ihre private Kommunikation vertrauen die Deutschen mit jeweils zu über 90 Prozent dem Festnetz, Mobiltelefon oder E-Mails. Sechs von zehn deutschen Internetnutzern nutzen daneben bereits soziale Netzwerke zum Austausch mit Freunden oder zu Informationszwecken. Dies geht aus der repräsentativen Umfrage unter 1.035 deutschen Internetnutzern ab 16 Jahren für den Dynamic Communication Index hervor, die das Marktforschungsinstitut YouGov Deutschland im Auftrag des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. durchgeführt hat. Weitere Informationen auf der BVDW-Website unter www.bvdw.org und www.yougov.de.

Private Nutzung von Kommunikationsmitteln | Bild: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Private Nutzung von Kommunikationsmitteln | Bild: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

 

Verlagerung der Nutzung zu mobilen Endgeräte erwartet
„Die deutschen Internetnutzer kommunizieren insbesondere im privaten Bereich hochgradig über klassische Kommunikationskanäle. Wir erwarten hier eine wachsende Bedeutung der mobilen Endgeräte. Dabei wirken sich soziale Netzwerke positiv auf die Nutzungsintensität aus. Neue, intelligente Smartphones werden dank der Kombination aus Telefonie, E-Mail und sozialer Kommunikation gerade für die Verbraucher attraktiv“, sagt Olav A. Waschkies (Pixelpark), Stv. Vorsitzender der Fachgruppe Mobile im BVDW.

E-Mail als Kommunikationskanal nach wie vor wichtig
„Auch wenn sich mittlerweile fast 90 Prozent der Unter-25-Jährigen in sozialen Netzwerken bewegen: E-Mails sind auch in dieser Altersgruppe noch das am meisten verwendete Kommunikationsmittel. Parallel ist der Trend hin zu stärkerer und häufigerer Nutzung von Facebook und Co. als Kommunikationskanal erkennbar“, betont YouGov-Vorstand Holger Geißler.

Deutsche Internetnutzer kommunizieren privat eher klassisch
Für fast jeden deutschen Internetnutzer zählt das Mobiletelefon (95,3 Prozent), das Festnetztelefon (92,3 Prozent) sowie an stationären Rechnern versendete E-Mails (92,6 Prozent) zu den am meisten im privaten Bereich eingesetzten Kommunikationsmitteln. Laut der BVDW-Umfrage haben SMS und Kurznachrichtendienste für 88,2 Prozent einen festen Platz im privaten Alltag. Bereits 62,9 Prozent aller Bundesbürger mit Internetanschluss nutzen soziale Netzwerke an stationären Rechnern zum Austausch mit Freunden und Bekannten oder zu Informationszwecken. Auch die mobile Nutzung von sozialen Netzwerken spielt für 38,0 Prozent eine Rolle in ihrer privaten Kommunikation. E-Mails über das Handy empfangen oder verschicken bereits 33,1 Prozent, während 19,2 Prozent der Deutschen Microblogs wie Twitter zur Information und Unterhaltung an stationären Rechnern nutzt (13,2 Prozent mobil).

Vergleich: Intensive Nutzer von E-Mail und sozialen Netzwerken
In der aktuellen Detailbetrachtung wurden die intensiven Nutzer von E-Mails und sozialen Netzwerken hinsichtlich mobiler und stationärer Anwendung analysiert. Hiervon setzen überwiegend Männer (60,7 Prozent) mobile E-Mails zu Kommunikationszwecken ein. Hingegen erfolgt die starke Nutzung von E-Mails an stationären Rechnern gleichermaßen von Männern (50,6 Prozent) und Frauen (49,4 Prozent). Bei sozialen Netzwerken dominieren Frauen am Rechner mit einem Anteil von insgesamt 54,2 Prozent der Gesamtnutzer, bei der mobilen Nutzung von sozialen Netzwerken sind die Männer mit 55,9 Prozent stärker vertreten.

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. | Logo: BVDW

Verteilung nach privater und beruflicher Nutzung
Als ein Ergebnis der Analyse steht fest, dass ein Großteil der Befragten E-Mails insbesondere im privaten Bereich mobil (40 Prozent) oder stationär (38,2 Prozent) intensiv einsetzt. Nur bei 3,1 Prozent dieser Nutzer kommen mobile E-Mails aus rein beruflichen Gründen zum Einsatz (stationär 1,7 Prozent). Ganze 57 Prozent der Befragten kommunizieren mit mobilen E-Mails (stationär 60,2 Prozent) sowohl privat als auch beruflich. Die intensive Nutzung von sozialen Netzwerken steht hierzu in einem starken Gegensatz. Diese erfolgt bei 81,4 Prozent ausschließlich aus privaten Gründen (mobil 76,8 Prozent). Nur 0,5 Prozent der Befragten geben an, soziale Netzwerke über stationäre Rechner rein aus beruflichen Gründen einzusetzen (mobil 2,9 Prozent). Ganze 18,1 Prozent nutzen Soziale Netzwerke über stationäre Rechner sowohl privat als auch beruflich, bei den mobilen Nutzern beträgt dieser Anteil 20,4 Prozent.

Nutzungsintensität im Vergleich zur vorherigen Messung
Im direkten Vergleich der Skalenwerte der ersten Erhebung des Dynamic Communication Index (DCI) des BVDW zur aktuellen Welle lassen sich erste Veränderungen in der Nutzungsintensität feststellen. Signifikante Zuwächse finden sich im September gegenüber Juli diesen Jahres beim Telefonieren über Mobiltelefon (+4,8 Prozentpunkte gegenüber der ersten Erhebung) und bei der Nutzung von SMS (+3,4 Prozentpunkte). Hingegen nimmt die Nutzungsintensität bei Instant Messaging (-3,2 Prozentpunkte) ab. Am deutlichsten verlieren Microblogs als Kommunikationsmittel sowohl stationär (-4,4 Prozentpunkte) als auch mobil (-11,0 Prozentpunkte).

Methodische Hinweise zum Dynamic Communication Index
Für die repräsentative Umfrage zur aktuellen Erhebung des Dynamic Communication Index wurden 1.035 Internetnutzer ab 16 Jahren per Online-Fragebogen zu ihrem Kommunikationsverhalten befragt. Anhand der aktuellen Daten im direkten Vergleich mit vorherigen Erhebungen wird in vierteljährlicher Erscheinungsweise die Entwicklung der Mediennutzung und des Kommunikationsverhaltens der deutschen Internetnutzer langfristig durch den DCI abgebildet.<<

Witere Informationen auf Anfrage sowie unter www.bvdw.org.

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