Archiv für die Kategorie 'Selbstmanagement'

Unwissenheit ist Stärke

Die Überschrift ist ein Zitat aus George Orwells Roman „1984“, in dem die herrschende Einheitspartei Sprache als Instrument für Manipulation und Unterdrückung einsetzt. Aus einer bestimmten Perspektive bewertet kann Unwissenheit tatsächlich sehr nützlich für uns sein.

Zeitmanagement muss nicht heißen, sich seine Zeit so einzuteilen, dass wir mehr Aufgaben erfolgreich bewältigen können, sondern kann auch bedeuten, weniger Aufgaben zu bewältigen. Oder sagen wir: weniger Aufgaben zu beginnen.

Eliminieren, Ballast abwerfen, Streichen, Aufgeben, Loslassen – viele Begriffe lassen sich auf den Sachverhalt anwenden. Erfolg ist nicht die notwendige Folge von Fleiß, denn es kommt zuallererst darauf an, die richtigen Dinge zu tun, nicht besonders viel von irgendetwas. Den Rest des Beitrags lesen »

Zeit sparen: wofür eigentlich?

Wofür sparen wir Zeit? Hast Du Dir diese Frage schon beantwortet? Geld kann man für schlechte Zeiten sparen, aber Zeit – Zeit vergeht in jedem Fall. Wir können unsere Zeit besser nutzen, um mehr Aufgaben zu erledigen.

Im richtigen Rahmen ist der bessere Einsatz unserer Zeit anzustreben, denn so gewinnen wir Zeit für die wichtigen Aufgaben und Ziele, können mehr schaffen und erfolgreicher sein. Zeit zu sparen, um die Arbeitsleistung zu erhöhen, sollte indes nicht der einzige Grund für unsere Bemühungen sein.

Am Ende des Lebens hat schließlich nicht gewonnen, wer die meisten erledigten Aufgaben in seiner To Do List vorweisen kann. Mehr freie Zeit zur Verfügung zu haben, kann ein Ergebnis eines guten Zeitmanagements sein, doch Freizeit für sich genommen macht nicht glücklich.

Es kommt darauf an, was wir aus unserer Zeit machen, was jedoch nicht eine spezifische Frage der Freizeitgestaltung ist, sondern ebenso für Berufsleben und freiwillige Verpflichtungen gilt.

Zeitmanagement geht daher im Idealfall mit einer Art „Sinnsteigerung“ einher, die sich nicht auf einen Teil unseres Zeitbudgets beschränkt. So betrachtet kann Zeitmanagement uns für den Wert der Zeit sensibilisieren, auf dass wir sie für ein erfülltes Leben nutzen und genießen.

Vorsicht: Die Forderung nach einem sinnvollen Verbringen unserer Zeit wird im Bereich der Freizeit oft vorschnell mit aktiver Freizeitgestaltung verbunden. Nicht die gesunde Balance außer Acht lassen! Passive Freizeitgestaltung ist ebenfalls wichtig, auch wenn die Stimmen in unserem Kopf (von Eltern, Lehrern, Werbung…) es nicht gutheißen, wenn wir unsere Faulheit genießen bzw. nichts Vernünftiges tun.

Es ist wichtig, uns Gedanken über unsere eigenen Bedürfnisse zu machen, in uns hineinzuhören, was wir selbst tun möchten, womit wir unsere Lebenszeit verbringen möchten. Dann wissen wir, wofür wir uns anstrengen, dann praktizieren wir sinnvolles Zeitmanagement anstatt nur mehr Leistung aus uns herauszuholen.

Aufräumen: Ordnung muss sein

Aufräumen werden nur wenige Menschen zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen. Da Ordnung zu schaffen selten absolut dringend ist, es immer wichtigere Aufgaben zu geben scheint, als den Schreibtisch aufzuräumen, die Ordner zu leeren, den Schrank neu zu organisieren, werden diese Aufräumarbeiten gerne aufgeschoben, am liebsten für immer.

Manche Menschen kommen an „für immer“ sehr nah heran. Die Anstrengung, die das Aufräumen kostet, muss nicht der ausschlaggebende Grund für das Aufschieben des Aufräumens sein.

Es kommt auch vor, dass Menschen – bewusst oder unbewusst – der Überzeugung sind, Aufräumen sei nicht produktiv. Wenn sie aufräumen, schaffen sie nichts. Schon gar nicht ihre wichtigen Aufgaben. Ich verstehe das, so ging es mir auch schon.

Hier ist eine Änderung der Einstellung zum Aufräumen angebracht, denn Unordnung entzieht uns Energie und lenkt unsere Gedanken ab. Zu direkten Problemen wie dem Umstand, dass man suchen muss oder sogar gar nicht findet, was man sucht und für seine Arbeit benötigt, kommt das schlechte Gewissen. Dieses Drücken, dass man eigentlich längst mal hätte aufräumen müssen, man es aber nicht getan hat und das falsch war. Und heute schafft man es wieder nicht. Das ist noch viel schlimmer. Den Rest des Beitrags lesen »

Am Wochenende Ballast abwerfen

Das Wochenende ist am besten dafür geeignet, sich vom Ballast zu befreien. Ob es einzelne Aufgaben oder Projekte oder Ziele sind: Weg mit dem, was uns dabei im Weg steht, die wichtige Dinge zu tun. Viele Kleinigkeiten halten uns nur auf. Unwichtige Aufgaben stehlen die Zeit für wichtige Aufgaben.

Als Gastautor für das Blog 1000tipps.com von Haris Halkic habe ich zum Streichen von Aufgaben einen ausführlichen Beitrag geschrieben.

Aufgaben nicht beenden: manchmal die beste Entscheidung

Was man anfängt, sollte man auch zu Ende bringen. So habe ich das gelernt, doch inzwischen weiß ich, dass diese Regel falsch ist. Durchhaltevermögen, Ausdauer und Disziplin sind wichtige Erfolgsfaktoren, doch Projekte abbrechen, Aufgaben vorzeitig beenden zu können, ist für unseren „Gesamterfolg“ ebenfalls von Bedeutung.

Zu Beginn eines Projekts können wir unmöglich alle möglichen Entwicklungen vorhersehen, auch eine sorgfältige Prüfung bewahrt uns nicht mit Sicherheit davor, einen falschen Weg einzuschlagen. Manche Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft lassen sich vorhersehen, andere nicht. Und dann sind da noch die ganzen Entwicklungen in unserem Privatleben!

Entscheidungen, die zu einem früheren Zeitpunkt, der oft viele Jahre zurückliegt, richtig für uns waren, können für uns dennoch bedeuten, dass wir heute auf dem falschen Weg sind. Wir verändern uns jeden Tag ein bisschen. Heute müssen wir den Weg gehen, der heute für uns richtig ist, nicht den, der für die Person richtig war, die wir damals waren. Was uns damals wichtig war, ist es heute möglicherweise nicht mehr.

Haben wir schon viel Zeit, Geld oder Mühe in ein Projekt investiert, fällt es uns schwerer, uns davon zu lösen, die Sache aufzugeben. Das ist nicht schlecht, denn dabeizubleiben, durchzuhalten ist oft das, was den Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage ausmacht. Die Gefahr ist, weiterzumachen, weil (!) wir schon so viel investiert haben. Den Rest des Beitrags lesen »

Gastautor bei Blog 1000tipps.com

In diesem Monat werde ich als Gastautor fünf Artikel für das Blog www.1000tipps.com von Haris Halkic schreiben. In seinem Blog geht es um Motivation, Erfolgstipps, Geschäftsideen und Methoden rund um alles, wie wir unser Leben erfolgreicher und erfüllter gestalten können.

Seinen Blog betreibt er seit Jahresbeginn und ich bin beeindruckt, wie viel Haris inzwischen bereits geschrieben hat. Um seine Zielmarke von 1000 Tipps schneller zu erreichen, hatte Haris nach Gastautoren gesucht.

In meinem ersten Gastartikel Gut ist meistens mehr als genug geht es um Prioritätensetzung und darum, dass wir uns unsere Kräfte einteilen sollten. Es lohnt sich nicht, in Nebensächlichkeiten Perfektion erreichen zu wollen. Besondere Anstrengungen sparen wir uns besser für die wirklich wichtigen Aufgaben in unserem Leben.

Missverständnis bei Aufgaben mit Prioritäten von A bis D

A-Aufgaben als Erstes erledigen. Diese Grundregel hört man oft. Zunächst klingt es plausibel, diejenigen Aufgaben, die wichtig und dringend sind, zuerst anzupacken. Also von der höchsten Priorität bis zur niedrigsten Priorität die Aufgaben abarbeiten?

Als ganz grobe Orientierung ist die Regel in Ordnung, doch spricht eine Vielzahl von Gründen dagegen, Tagespläne strikt von A nach D aufzustellen. Das Leben besteht aus Aufgaben aller Kategorien, wir können nicht einfach alle Aufgaben mit Priorität D weglassen; für die C-Aufgaben dürfte auch nur noch wenig Zeit bleiben, wir müssten die meisten davon auch streichen.

A-Aufgaben sollten nicht lange in der Warteschleife bleiben, meist ist es mit spürbaren Nachteilen verbunden, A-Aufgaben aufzuschieben. B-Aufgaben hingegen sind wichtig, aber nicht dringend. Viele B-Aufgaben erreichen von alleine (Zeitablauf) keine Dringlichkeit. Deshalb schieben Menschen sie zum Teil immer und immer wieder auf. Den Rest des Beitrags lesen »

Stress durch Bücher: richtiges Verhalten im Buchladen

Stress durch zu viele Informationen wartet inzwischen an zahlreichen Stellen im modernen Leben. Letzten Samstag war ich in einem meiner Lieblingsbuchläden. Ich mag Buchläden, die besonders groß sind und so für meine Interessen eine gewisse Auswahl bieten, also nicht nur ein paar Bestseller, sondern auch etwas zum Entdecken.

Das Problem dabei ist jedoch, dass ich wieder mindestens ein halbes Dutzend Bücher entdeckt habe, die ich sehr gerne lesen würde. Ich habe mich dort wieder gefühlt wie früher als Kind in der Spielwarenabteilung: So viele Sachen und ich möchte am liebsten so viel mitnehmen, wie ich tragen kann. Den Rest des Beitrags lesen »

Aus jeder Minute 60 Sekunden herausquetschen?

Jede Minute hat 60 Sekunden. Bis zu diesem Punkt sind wir uns alle einig, doch wenn es darum geht, was man aus seiner Minute machen kann oder soll, wird es vorbei sein mit der Einigkeit.

Ich freue mich auf der mobile Internet, das wird groß, ganz, ganz groß und wird unsere Gesellschaft wieder ein gutes Stück verändern, wenn es zum Massenphänomen geworden ist. Sorgen bereitet mir indes, dass damit eine weitere Beschleunigung des Lebens einhergeht, sich die Menschen noch weniger Pausen und echte Ruhezeiten gönnen werden, Freizeit noch stärker von der Arbeit umzingelt wird und Momente des Nichtstuns weiter verschwinden.

Aktualisiert wurde meine Befürchtung heute Nachmittag, als ich am Flughafen eine Zeitschrift besorgte. Eine Touristin hatte sich zwei Berlin-Becher gekauft, die die Verkäuferin in Zeitungspapier transportfertig machte. So etwas dauert lange genug, dass sich eine kleine Schlange bilden kann, in der es zwei Minuten gar nicht weitergeht.

Der Mann vor mir hatte in der linken Hand einen Stapel Zeitschriften, in der rechten einen BlackBerry, den er auch nur mit dieser einen Hand bediente. Einerseits bewunderte ich das Gerät und dachte mir, dass ich als Kind von einer von Technik durchdrungenen Welt geträumt hatte. Das tue ich immer noch, doch zu einem „Will ich auch haben!“ mischte sich in meinem Kopf ein „Mach das bloß nicht! Du wünschst Dir doch Entschleunigung“.

Richtig. Echte Freizeit, für niemanden erreichbar sein, abgekoppelt sein werden immer seltener: Was das Handy nicht schaffte, schafft das Smartphone. Das mobile Büro tragen wir wie ein Sklave seine Ketten.

Meine Technikbegeisterung ist ungebrochen. Deshalb besinne ich mich darauf, dass es nicht die Technik ist, sondern wie wir sie nutzen, wenn wir uns nicht mehr frei fühlen. Jederzeit telefonieren und die E-Mails prüfen zu können (!) ist großartig. Erst es tun zu müssen bzw. sich das einzubilden, bedeutet den Verlust von Freizeit und Freiheit.

Uns selbst Grenzen zu setzen, bewahrt uns aktuell vor dem Schlimmsten. Ein gewisses Unbehagen bereitet mir, wenn zunehmend erwartet wird, dass wir da mitmachen. Noch ist es nicht soweit, dass Kollegen, Auftraggeber und Chefs von uns erwarten, in der Schlange am Zeitungsstand auf unserem Smartphone zu arbeiten. Für die Arbeit mit dem Laptop im Zug und zunehmend im Flugzeug hat sich jedoch längst eine problematische Erwartungshaltung eingebürgert.

Vielleicht war der arme Kerl vor mir in der Schlange einer der ersten, von dem erwartet wird, auf seinem Smartphone zu arbeiten, sobald er auch nur für zwei Minuten eine Hand frei hat.

Für heute bin ich froh, in der Schlange wartend meinen Gedanken nachhängen zu können. Zugeben muss ich allerdings: Hätte ich so einen BlackBerry dabei gehabt, hätte ich gleich dort in der Schlange stehend darüber gebloggt.

Reicht die eingeplante Zeit regelmäßig nicht für alle Aufgaben im Tagesplan?

Zeitpläne brauchen Reserven. Wenn die großzügig eingeplante Zeit immer noch nicht reicht, sollte diese nicht einfach vergrößert, sondern es sollte von uns analysiert werden, wie die Differenz zustande kommt. Störfaktoren werden zu oft nicht berücksichtigt, denn wer nimmt sich z. B. schon vor, eine halbe Stunde durch Anrufe, E-Mails oder Kollegen von der Arbeit abgehalten zu werden?

Störfaktoren sollten reduziert werden, ganz ohne Störungen wird man selten arbeiten können. Und auch gar nicht wollen, denn: Störfaktoren klingt sehr negativ, oft genug sind es auch einfach nur Störungen, die uns von den wichtigen Aufhaben abhalten. Doch Networking mit Kollegen an der Kaffeemaschine beispielsweise klingt nicht nur sinnvoll, sondern ist es auch.

Die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz zu pflegen, ist wichtig; dafür sollte Zeit sein. Berücksichtigen wir das bei unserer Zeitplanung! Drücken wir uns so jedoch davor, unangenehme Aufgaben anzufangen, besteht Korrekturbedarf. Wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, fällt die Unterscheidung meistens leicht.

Fehlplanung beim Zeitbedarf kann, wie das Beispiel zeigt, daraus resultieren, bestimmte Tätigkeiten grundsätzlich nicht zu berücksichtigen. Das Problem ist vielfach daher gar nicht, die geplanten Aufgaben selbst hinsichtlich des Zeitbedarfs falsch einzuschätzen, sondern zu viele Tätigkeiten im Zeitplan überhaupt nicht zu berücksichtigen.

Für eine realistische Zeitplanung müssen wir deshalb prüfen, was wir alles zu berücksichtigen haben. Das bedeutet nicht, uns stur auf unsere Arbeit zu konzentrieren, uns den ganzen Tag einzumauern und abzuschirmen, sondern uns bewusst für oder gegen diese mit den eigentlichen Aufgaben verbundenen Aktivitäten zu entscheiden und entsprechende Zeitreserven dafür einzuplanen.

Dann entfällt nicht nur das schlechte Gewissen als Energieräuber, sondern wir können diese Aktivitäten auch besser steuern und insgesamt eine gesunde Balance erzeugen. Ständige Erreichbarkeit kann großen Stress bedeuten, gerade wenn man häufig aus der konzentrierten Arbeit herausgerissen wird.

Nie spontan erreichbar zu sein, ist für Kunden, Mitarbeiter, Freunde und Familie frustrierend, weshalb auch hier wieder eine gesunde Balance gefragt ist. Während besonders wichtiger Aufgaben oder Aufgaben, die besondere Konzentration am Stück erfordern, sollten wir uns weitgehend abschirmen. Unseren Zeitplan einzuhalten, ist dann viel leichter möglich.

Reserven im Zeitplan sollten echte Zeitreserven und nicht schon fest für diverse Kleinigkeiten eingeplant sein. Diese Kleinigkeiten alle einzeln aufzuführen, wäre unverhältnismäßig viel Aufwand; besser ist es, einen Block von beispielsweise 30 Minuten dafür einzuplanen, bei Routineaufgaben eventuell täglich.

Realistische Zeitpläne aufzustellen bedeutet also, nicht nur die wichtigen, großen Aufgaben einzuplanen oder die Aufgaben, die wir mögen, sondern alle anfallenden Tätigkeiten irgendwie zu berücksichtigen.