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Aus jeder Minute 60 Sekunden herausquetschen?

Jede Minute hat 60 Sekunden. Bis zu diesem Punkt sind wir uns alle einig, doch wenn es darum geht, was man aus seiner Minute machen kann oder soll, wird es vorbei sein mit der Einigkeit.

Ich freue mich auf der mobile Internet, das wird groß, ganz, ganz groß und wird unsere Gesellschaft wieder ein gutes Stück verändern, wenn es zum Massenphänomen geworden ist. Sorgen bereitet mir indes, dass damit eine weitere Beschleunigung des Lebens einhergeht, sich die Menschen noch weniger Pausen und echte Ruhezeiten gönnen werden, Freizeit noch stärker von der Arbeit umzingelt wird und Momente des Nichtstuns weiter verschwinden.

Aktualisiert wurde meine Befürchtung heute Nachmittag, als ich am Flughafen eine Zeitschrift besorgte. Eine Touristin hatte sich zwei Berlin-Becher gekauft, die die Verkäuferin in Zeitungspapier transportfertig machte. So etwas dauert lange genug, dass sich eine kleine Schlange bilden kann, in der es zwei Minuten gar nicht weitergeht.

Der Mann vor mir hatte in der linken Hand einen Stapel Zeitschriften, in der rechten einen BlackBerry, den er auch nur mit dieser einen Hand bediente. Einerseits bewunderte ich das Gerät und dachte mir, dass ich als Kind von einer von Technik durchdrungenen Welt geträumt hatte. Das tue ich immer noch, doch zu einem „Will ich auch haben!“ mischte sich in meinem Kopf ein „Mach das bloß nicht! Du wünschst Dir doch Entschleunigung“.

Richtig. Echte Freizeit, für niemanden erreichbar sein, abgekoppelt sein werden immer seltener: Was das Handy nicht schaffte, schafft das Smartphone. Das mobile Büro tragen wir wie ein Sklave seine Ketten.

Meine Technikbegeisterung ist ungebrochen. Deshalb besinne ich mich darauf, dass es nicht die Technik ist, sondern wie wir sie nutzen, wenn wir uns nicht mehr frei fühlen. Jederzeit telefonieren und die E-Mails prüfen zu können (!) ist großartig. Erst es tun zu müssen bzw. sich das einzubilden, bedeutet den Verlust von Freizeit und Freiheit.

Uns selbst Grenzen zu setzen, bewahrt uns aktuell vor dem Schlimmsten. Ein gewisses Unbehagen bereitet mir, wenn zunehmend erwartet wird, dass wir da mitmachen. Noch ist es nicht soweit, dass Kollegen, Auftraggeber und Chefs von uns erwarten, in der Schlange am Zeitungsstand auf unserem Smartphone zu arbeiten. Für die Arbeit mit dem Laptop im Zug und zunehmend im Flugzeug hat sich jedoch längst eine problematische Erwartungshaltung eingebürgert.

Vielleicht war der arme Kerl vor mir in der Schlange einer der ersten, von dem erwartet wird, auf seinem Smartphone zu arbeiten, sobald er auch nur für zwei Minuten eine Hand frei hat.

Für heute bin ich froh, in der Schlange wartend meinen Gedanken nachhängen zu können. Zugeben muss ich allerdings: Hätte ich so einen BlackBerry dabei gehabt, hätte ich gleich dort in der Schlange stehend darüber gebloggt.

Reicht die eingeplante Zeit regelmäßig nicht für alle Aufgaben im Tagesplan?

Zeitpläne brauchen Reserven. Wenn die großzügig eingeplante Zeit immer noch nicht reicht, sollte diese nicht einfach vergrößert, sondern es sollte von uns analysiert werden, wie die Differenz zustande kommt. Störfaktoren werden zu oft nicht berücksichtigt, denn wer nimmt sich z. B. schon vor, eine halbe Stunde durch Anrufe, E-Mails oder Kollegen von der Arbeit abgehalten zu werden?

Störfaktoren sollten reduziert werden, ganz ohne Störungen wird man selten arbeiten können. Und auch gar nicht wollen, denn: Störfaktoren klingt sehr negativ, oft genug sind es auch einfach nur Störungen, die uns von den wichtigen Aufhaben abhalten. Doch Networking mit Kollegen an der Kaffeemaschine beispielsweise klingt nicht nur sinnvoll, sondern ist es auch.

Die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz zu pflegen, ist wichtig; dafür sollte Zeit sein. Berücksichtigen wir das bei unserer Zeitplanung! Drücken wir uns so jedoch davor, unangenehme Aufgaben anzufangen, besteht Korrekturbedarf. Wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, fällt die Unterscheidung meistens leicht.

Fehlplanung beim Zeitbedarf kann, wie das Beispiel zeigt, daraus resultieren, bestimmte Tätigkeiten grundsätzlich nicht zu berücksichtigen. Das Problem ist vielfach daher gar nicht, die geplanten Aufgaben selbst hinsichtlich des Zeitbedarfs falsch einzuschätzen, sondern zu viele Tätigkeiten im Zeitplan überhaupt nicht zu berücksichtigen.

Für eine realistische Zeitplanung müssen wir deshalb prüfen, was wir alles zu berücksichtigen haben. Das bedeutet nicht, uns stur auf unsere Arbeit zu konzentrieren, uns den ganzen Tag einzumauern und abzuschirmen, sondern uns bewusst für oder gegen diese mit den eigentlichen Aufgaben verbundenen Aktivitäten zu entscheiden und entsprechende Zeitreserven dafür einzuplanen.

Dann entfällt nicht nur das schlechte Gewissen als Energieräuber, sondern wir können diese Aktivitäten auch besser steuern und insgesamt eine gesunde Balance erzeugen. Ständige Erreichbarkeit kann großen Stress bedeuten, gerade wenn man häufig aus der konzentrierten Arbeit herausgerissen wird.

Nie spontan erreichbar zu sein, ist für Kunden, Mitarbeiter, Freunde und Familie frustrierend, weshalb auch hier wieder eine gesunde Balance gefragt ist. Während besonders wichtiger Aufgaben oder Aufgaben, die besondere Konzentration am Stück erfordern, sollten wir uns weitgehend abschirmen. Unseren Zeitplan einzuhalten, ist dann viel leichter möglich.

Reserven im Zeitplan sollten echte Zeitreserven und nicht schon fest für diverse Kleinigkeiten eingeplant sein. Diese Kleinigkeiten alle einzeln aufzuführen, wäre unverhältnismäßig viel Aufwand; besser ist es, einen Block von beispielsweise 30 Minuten dafür einzuplanen, bei Routineaufgaben eventuell täglich.

Realistische Zeitpläne aufzustellen bedeutet also, nicht nur die wichtigen, großen Aufgaben einzuplanen oder die Aufgaben, die wir mögen, sondern alle anfallenden Tätigkeiten irgendwie zu berücksichtigen.

Zeitmanagement: Mit Reserven statt auf Reserve

Wenn wir einen Trumpf auf der Hand haben, den wir noch nicht ausgespielt haben, können wir aus dieser Position heraus entspannter und optimistischer heraus handeln. Nicht nur beim Karten spielen.

Reserven zu haben, gibt ein gutes Gefühl. Im Rückstand zu sein, kann in besonderen Fällen zu erhöhter Leistung motivieren, doch wird dies zum Dauerzustand, überholen uns Stress und Erschöpfung.

Machen wir uns das bei der Tagesplanung zu Nutze! Das Prinzip ist einfach: Mehr Zeit einplanen, als wir zu benötigen vermuten.

Von starren Regeln wie „immer doppelt so viel Zeit einplanen“ oder „nur den halben Tag verplanen“ halte ich wenig, denn sie sind zu unflexibel und nicht auf unsere individuelle Persönlichkeit abgestimmt. Unsere Persönlichkeit ist ein wichtiger Faktor, denn sie bestimmt ganz wesentlich, wie realistisch wir mit unserer Zeitschätzung sind.

Den Zeitbedarf für Aufgaben, die wir mit Anderen gemeinsam ausführen, können wir längst nicht so genau planen wie den für Aufgaben, die wir alleine ausführen. Bei neuen Aufgaben fehlen uns die Erfahrungswerte, bei Aufgaben, die wir schon oft erfolgreich durchgeführt haben, wissen wir, wie viel Zeit wir einplanen sollten.

Sind die Pufferzeiten und Restzeiten zu lang, nutzen wir das Instrument Tagesplanung nicht gut, weil wir zu wenig aus unserer Arbeitszeit machen. Je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto länger brauchen wir sehr oft auch, bis wir fertig sind. Zwei Stunden vor unserem Plan zu sein, ist nicht anzustreben, eine halbe Stunde ist ein guter Wert.

Als Grundregel gilt selbstverständlich, lieber zu viel als zu wenig Zeit reservieren. Bei Aufgaben, deren Zeitbedarf gut absehbar ist, planen wir besser nur wenig mehr Zeit ein und sind bei zeitlich schwer einschätzbaren Aufgaben großzügiger.

Spaß mit Freunden: Dafür sollte jeden Tag Zeit sein

Gehört Spaß auf die To Do List oder in den Terminkalender? Direkt „Spaß“ einzutragen, wäre witzlos. Wir sollten unseren Tagesplan jedoch nicht so gestalten, dass für Spaß keine Zeit mehr bleibt.

Zu Wochenbeginn habe ich am Fernseher durch Zufall auf Super RTL geschaltet, es lief gerade eine Folge von „Winnie Puuh und seine Freunde“, die mich in ihren Bann zog. Mit meinen 35 Jahren gehöre ich nicht zur Kernzielgruppe dieser Zeichentrickserie, doch die entspannte Atmosphäre ließ mich verweilen.

In besagter Folge nahm Rabbit seinen Kumpel Tigger bei sich auf, weil dieser seinen Fußboden gestrichen hatte und deshalb nicht in seiner Wohnung bleiben konnte. Rabbit hatte seinen Tag streng durchorganisiert und arbeitete seine To Do List durch – wollte er jedenfalls, denn Tigger hielt ihn mit seinen Späßen von der Arbeit ab und auch seine gut gemeinten Versuche, Rabbit zu helfen, sorgten bei diesem nur für Stress.

Tigger war zwar wirklich keine Hilfe, doch was Rabbit zur Verzweiflung brachte, war, dass sein schöner Plan für die Katz war. Selbst als Tigger durch einen Trick aus der Wohnung gelockt war, fand Rabbit keine Ruhe, weil er auf eine von Tiggers Scherzfragen die Antwort nicht wusste. Also ging er zu Tigger und den anderen, um endlich zu erfahren, warum die Vögel im Winter nach Süden fliegen.

Über die Auflösung musste er sehr lachen und gab gegenüber seinen Freunden zu, dass man mit Tigger immer viel Spaß hätte. Und nun kommt’s: „Wenn man Zeit für Spaß hat“, wandte Rabbit ein und daraufhin kam die Message für die kleinen Zuschauer: „Dafür sollte jeden Tag Zeit sein!“

„Das musst Du bloggen!“, dachte ich mir sofort. Das war plump, aber genau so brauchen es vielbeschäftigte Erwachsene, die vergessen haben, sich Zeit für Spaß mit ihren Freunden zu nehmen.

Mir erschließt sich zwar nicht, warum man Kinder im Vorschulalter diesen Rat geben sollte. Auch bin ich verunsichert, ob Kinder in diesem Alter heute schon wissen, was eine To Do List ist und falls ja, was das über den Zustand unserer Gesellschaft aussagen würde.

Uns, die wir schon groß sind, könnten die Botschaften in Zeichentrickserien wie „Winnie Puuh und seine Freunde“ bestimmt noch mehr Lebensweisheiten vermitteln: heiter, direkt und einfach.

Um zu erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt, muss man nicht einmal die Grundschule abgeschlossen haben. Wir leben im Informationszeitalter, in einer Wissensgesellschaft. Wenn ich mir die Probleme der Welt anschaue, drängt sich mir die Frage auf, ob wir diese Bezeichnungen nicht überdenken sollten.

So einfach ist das nicht? Na gut. Aber so kompliziert müsste es auch nicht sein.

Zeit gewinnen durch Streichen: Ziele, Pläne, Aufgaben

Zeit gewinnen wir nicht nur, indem wir unsere Aufgaben besser erledigen. Zeit gewinnen wir schnell und nachhaltig, indem wir Aufgaben streichen, die nicht (mehr) wichtig sind. Was für uns wichtig ist, zeigt uns unsere Prioritätenliste.

Die letzten soundso vielen Aufgaben auf unserer Liste zu streichen, wäre zu einfach, doch die Richtung stimmt: Schauen wir unsere Aufgabenlisten, Tagespläne, Wochenpläne, Jahrespläne und was wir an weiteren Plänen erstellt haben von „unten nach oben“ durch.

Je weiter unten etwas steht, desto eher ist es ein Streichkandidat. Wer sich mit dem Streichen von Aufgaben schwer tut, mag es womöglich lieber als eine Umverteilung von Zeit sehen. Die weniger wichtigen Aufgaben geben an die wichtigen Aufgaben Zeit ab, eventuell sogar die gesamte zugewiesene Zeit. Im Fokus steht so nicht die Entscheidung gegen eine Aufgabe, sondern die Entscheidung für eine wichtigere Aufgabe. Klingt gleich freundlicher!

Menschen, die sich gerne Ziele setzen, etwas erreichen wollen, Pläne haben, neigen meiner Erfahrung nach dazu, sich zu viel vorzunehmen. Zu viel wird es meist erst in der Summe, die einzelnen Pläne, Ziele und Aufgaben stellen selten das Problem dar, sondern die Anhäufung derselben.

Für alles reichen weder unsere Zeit noch unsere Kraft. Um ein Zuviel zu verhindern, haben wir eine Reihe von Möglichkeiten:

  • An die Konsequenzen denken: Bevor wir Neues beginnen, über den Aufwand nachdenken. Wollen wir so viel investieren, lohnt sich das?
  • Alt gegen Neu tauschen: Der Anfang von etwas Neuem ist ein guter Anlass, etwas Altes aufzugeben.
  • Regelmäßig auf den Prüfstand: Mindestens im Rahmen der Aufstellung einer persönlichen Jahresbilanz und eines neuen Jahresplans sollte alles, was dort steht, überprüft werden. Ist es noch wichtig? Ist es den Aufwand wert? Kann ich die Abläufe verbessern und so Zeit sparen?
  • Belastungsprobe: Nutzen wir Zeiten, in denen wir uns überlastet fühlen, um uns leichter von alten Zielen, Plänen und Aufgaben zu trennen! Machen wir Unlustgefühle doch einmal zu unserem Verbündeten!
  • Auf unsere innere Stimme hören: Besonders bei von Außen an uns herangetragenen Aufgaben spüren wir schnell eine innere Ablehnung, uns verpflichten zu lassen. Meistens ist es möglich, etwas Bedenkzeit zu bekommen. Sofort entscheiden müssen wir uns nur in seltenen Fällen, sondern können unsere Antwort noch am nächsten Tag geben. Davon sollten wir Gebrauch machen, um uns vor Überrumpelungen zu schützen – und vor uns selbst, damit wir nicht vor lauter Begeisterung mehr versprechen, als gut für uns wäre.

Zeit, Geld und Energie in ein Vorhaben zu investieren, das man vor Zielerreichung wieder aufgibt, möchten wir vermeiden. Deshalb ist ein Aussortieren vor dem Start das Beste, doch ist dies im Leben nicht immer möglich. Neben einer Vorabprüfung, die umso kritischer ausfallen sollte, desto mehr wir investieren müssen, ist die Einsicht von Vorteil, dass falsche Entscheidungen zum Leben dazugehören und es schlimmer ist, Fehler nicht zu korrigieren. Hinterher ist man immer schlauer. Dumm ist es, hinterher nicht entsprechend zu handeln.

Verplante Freizeit – unverplante Freizeit – geplante Freizeit

Freizeit gehört in den Terminkalender, sonst findet sie bei vielbeschäftigten Menschen gar nicht statt. Das ist schon richtig, doch sollte man hier nicht den Fehler begehen, die Freizeit zu sehr zu verplanen.

Terminstress gibt es längst nicht mehr nur im Beruf, auch Termine in unserer Freizeit können uns stressen; immerhin sind sie mit Verpflichtungen verbunden, mit Disziplin. Ein Musikinstrument zu lernen, im Verein Sport zu treiben, einen Sprachkurs als Urlaubsvorbereitung zu belegen, sind Beispiele für sinnvolle Freizeitgestaltung. Summieren sich diese Termine – besonders in Kombination mit einem fordernden Job – können wir uns bei unseren freiwilligen Aufgaben nicht ausreichend erholen.

Wer von uns kennt das nicht? Wer sehnt sich nicht zuweilen in seine Kindheit zurück, als Zeitdruck unbekannt war? Gab es das damals schon für alle oder war das nur ganz wenigen Berufsgruppen vorbehalten?

Hallo! Unsere Freizeit verplanen wir doch selbst. Von wem lassen wir uns diktieren, dass wir unsere Freizeit „sinnvoll“ nutzen müssen? Kurzurlaub? Dafür haben wir doch unseren Balkon!

Das Beste aus unserer Freizeit herauszuholen, bedeutet nicht zwingend, viel zu unternehmen. Auf der Couch zu dösen, heißt ja auch nicht, nichts zu tun. Man tut ja was. Man döst. Auf der Couch.

Wenn wir unsere Mitmenschen nicht dadurch belasten, ist Faulheit eine prima Sache. Rechenschaft für unsere Freizeitgestaltung sind wir niemandem schuldig. Dafür bekommen wir kein Zeugnis ausgestellt.

Wir dürfen faul sein, wenn wir das Bedürfnis danach haben, und es ohne schlechtes Gewissen genießen. Haben wir uns nachhaltig erholt, keimt in uns mit großer Wahrscheinlichkeit der Wunsch nach Aktivität wieder auf.

Bei der Freizeitplanung ist Ausgewogenheit zwischen unverplanter und verplanter Freizeit wichtig. Unverplante Freizeit kann durchaus Aktivität bedeuten, doch ergibt sich diese spontan aus einem aktuellen Wunsch heraus.

Verplante Freizeit hat oft ihren Platz im Kalender, unverplante nicht, was eigentlich besser ist, denn in den Kalender sollten wir nur Termine eintragen. Damit die unverplante Freizeit nicht von anderen Aktivitäten verdrängt wird, kann es sinnvoll sein, sie als Termin einzutragen, damit wir uns selbst daran hindern, uns etwas für diese Zeit vorzunehmen. Ob das nötig ist, wird sich jeder von uns leicht selbst beantworten können.

Entscheidend ist, unsere gesamte Freizeit als Planungsgröße wahrzunehmen, damit wir die richtige Balance finden und die unverplante Zeit im Zweifel einplanen können.

Eisenhower-Prinzip: Auf den Mix kommt es an! D-Aufgaben gehören dazu

Prioritäten zu setzen, ist entscheidend für Erfolg und Wohlbefinden. Das bekannte Eisenhower-Prinzip mit der Einteilung in A-, B-, C- und D-Aufgaben hat sich bewährt. Es wurde unzählige Male beschrieben, daher nenne ich an dieser Stelle nur die vier verschiedenen Prioritätsstufen:

A: wichtig und dringend

B: wichtig, aber nicht dringend

C: weniger wichtig, aber dringend

D: weder wichtig noch dringend

D-Aufgaben sind also nicht wichtig und nicht dringend. Empfiehlt es sich daher, diese gleich ganz aus seinen Plänen zu streichen? Vielfach wird dies empfohlen, doch das wäre ein Fehler.

Das Leben steckt voller D-Aufgaben, sie gehören zu unserem Leben, sie sollten ihren Platz in unseren Plänen haben: nicht nur im Tagesplan, auch im Jahresplan. D-Aufgaben sind zwar „nicht wichtig“, aber wichtig genug, um sie überhaupt durchzuführen. Sonst wären es P-Aufgaben (P für Papierkorb) bzw. bräuchten sie keinen Prioritäts-Buchstaben, denn sie wären schlicht keine Aufgaben.

Die meisten Menschen verwenden (verschwenden) zu viel Zeit auf D-Aufgaben und vernachlässigen ihre B-Aufgaben. Den Tagesplan nur mit A- und B-Aufgaben und ganz wenigen C-Aufgaben zu füllen, wäre dennoch ein Fehler, schon weil dies in den meisten Fällen viel zu anstrengend wäre.

Außerdem gilt, was oft übersehen wird, für D-Aufgaben, was für B-Aufgaben gilt: Ihr Status ändert sich. So wie wichtige Aufgaben nach einer gewissen Zeit dringend werden können (Termine, Fristen…), wird es auch für D-Aufgaben irgendwann knapp, sie werden zu C-Aufgaben. Dieses Aufrücken sollte in beiden (!) Klassen verhindert werden.

D-Aufgaben immer erst dann anzugehen, wenn sie zu C-Aufgaben mutiert sind, wäre ein schlechter Rat. Ebenfalls analog zu den B-Aufgaben, von denen nicht alle nach einer Weile zu A-Aufgaben werden, bleiben manche D-Aufgaben einfach nur D-Aufgaben. Diese würden dann nie erledigt.

In einem ausgewogenen Tagesplan wechseln sich Aufgaben verschiedener Priorität nacheinander ab; nach einer kräftezehrenden A-Aufgabe passt eine D-Aufgabe meist besser als eine B-Aufgabe, wobei wichtigere Aufgaben nicht automatisch anstrengender und zeitraubender sind – oft jedoch schon!

Die richtige Wohlfühlmischung aus A-, B- C- und D-Aufgaben lässt sich nicht allgemeinverbindlich festlegen, der richtige Mix ist individuell verschieden. Wohlfühlmischung sage ich, um zu betonen, dass es nicht nur auf das erfolgreiche Abarbeiten von Prioritätenlisten ankommt. Wir wollen unser Leben doch auch genießen! Was nützt ein Highscore in einem Spiel, das uns keinen Spaß mehr macht?

Einsparungen für mehr Lebensqualität

Das Wort Einsparungen hat keinen guten Klang. Es klingt nach unfreiwilligem Verzicht, der einem von anderen aufgenötigt wird. Einsparungen und Kürzungen im privaten Lebensbereich können jedoch zweifach zu mehr Lebensqualität führen.

Sparen zu müssen, ist in der Tat unerfreulich. Sparen zu können, kann befreiend wirken, wenn Du Dein Leben dabei vereinfachen kannst. Den Rest des Beitrags lesen »

Zeit sparen mit privaten Telefongesprächen

Das Telefon hat die Kommunikation revolutioniert und die Welt verändert. Das ist lange her, meinst Du? Schon, aber eine Revolution für Dein Leben steht vermutlich noch aus.

Mit Deinem Telefon als Hilfsmittel kannst Du im Büro, an Deinem Arbeitsplatz zuhause und in Deiner Wohnung Ordnung schaffen, wie Du es bisher kaum für möglich gehalten hast. Der Hintergrund ist: Unordnung entsteht selten weil wir keine Zeit zum Aufräumen hätten.

Unordnung breitet sich aus, weil wir keine Lust zum Aufräumen haben. Alles andere sind meistens Ausreden. Die guten Gründe, warum die ins Aufräumen investierte Zeit besonders gut angelegt ist, erreichen uns auf der rationalen Ebene. Die Faulheit wirkt auf der Gefühlsebene und siegt viel zu oft. Den Rest des Beitrags lesen »

Verzichten ist gar nicht so schlimm

Zeitmanagement brauchen nur Menschen, die mehr Aufgaben erledigen möchten als gut für sie ist. Das stimmt natürlich nicht! Mit diesem provokanten Ausspruch möchte ich Dich zum kritischen Mitdenken bewegen.

Völlig in die falsche Richtung geht der Spruch dennoch nicht: Mit Zeitmanagement beschäftigt sich kaum ein Mensch, der nicht ein Problem damit hat. (Was sagt das über mich als Betreiber dieses Blogs?) Im Ernst! Wer seine Aufgaben locker erledigt und stets Zeitreserven hat, selten unter Zeitdruck steht, wird kein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Zeitmanagements entwickeln.

Viele von uns sind heute in der Situation, mit ihrer Zeit nicht zu reichen. Die äußeren Anforderungen aus Gesellschaft und Wirtschaftleben spielen dabei eine Rolle. In der Großfamilie konnten Aufgaben breiter als in einem Singlehaushalt verteilt werden, um nur ein Beispiel zu nennen.

Das Augenmerk richten möchte ich hier auf unsere oft schlecht entwickelte Fähigkeit, auszuwählen, welche Aufgaben, Freizeitangebote oder anderen freiwilligen Tätigkeiten wir annehmen bzw. von uns aus angehen und worauf wir verzichten.

Auswahl bedeutet Verzicht und wer mag schon gerne auf etwas verzichten, jedenfalls auf etwas, wovon er sich Freude, Genuss, wirtschaftliche oder andere Vorteile erwartet? Verzichten ist nicht sexy.

Keine klaren Entscheidungen für und gegen Aufgaben, Aktivitäten, Angebote usw. zu treffen, führt zu Zeitnot, Stress, Überforderung und einem unnötig komplizierten Leben. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, herauszufinden, was einem im Leben wichtig ist und sich Ziele zu setzen, denn so haben wir eine Messlatte für unsere Entscheidungen.

Wenn wir wissen, was wir wollen und unsere Bedürfnisse kennen, können wir uns leichter für eine kleinere, einfachere Lösung entscheiden und brauchen nicht die Maximallösung anzustreben. So können wir erkennen, wann wir genug haben. Gier macht nicht glücklich.

Der Verzicht hat auch eine attraktive Seite: Einen Teil der „gesparten“ Zeit und Energie können wir dort einsetzen, wo wir am meisten davon haben. Das kann, muss aber nicht im Bereich von Freizeit oder Familie sein.

Vielleicht bedeutet es auch, ein Hobby aufzugeben, um sich besser auf die Karriere konzentrieren zu können – wenn es das ist, was einem am Herzen liegt. Wer in seinem Job Erfüllung findet, sollte daraus die Konsequenzen ziehen, um die Arbeit tatsächlich genießen zu können.

Verzichten ist gar nicht so schlimm, wenn es freiwillig ist und bedeutet, sich auf das Leben konzentrieren zu können, für das wir uns entschieden haben.